Bilder vom Essen: 12 Food-Fotografie-Tipps & Inspirationen

Wir zeigen dir, wie du mithilfe von praktischen Tipps und Beispielen bekannter Foodie-Accounts auf Instagram gekonnt dein Essen fotografierst.

Hand hoch: Wer hat nicht schon mal den ganzen Tisch davon abgehalten, mit dem Essen zu beginnen, weil die Speise einfach so schön angerichtet war und man unbedingt ein Foto von der Leckerei brauchte…? Tja, viele von uns werden sich dem schon das ein oder andere Mal schuldig gemacht haben. Aber es ist ja schließlich nicht unsere Schuld, wenn Speisen so bunt und schön angerichtet werden können, dass sie quasi nach einem Social Media-Post betteln, oder?

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So oder so, hier zeigen wir euch anhand einiger Tipps und erfolgreicher Beispiele von bekannten Food-Fotografen auf Instagram – wie etwa der äußerst schicke Account oben von Nora Eisermann und Laura Muthesius von Our Food Stories –, wie du deine selbst gemachten Kreationen so richtig schön in Szene setzen kannst. Egal ob du den Instagram-Account deines Restaurants oder Cafés schicker gestalten oder einfach deine Eigenkreationen herzeigen möchtest, die folgenden Tipps werden dir dabei helfen.

01. Entwickle deinen Stil

Du kannst den Kochlöffel ruhig nochmal beiseite legen, denn bevor du dich daran setzt, regelmäßig deine Leckereien abzulichten, solltest du dir zuerst überlegen, welchen persönlichen Stil du entwickeln möchtest. Food-Fotografie ist nämlich nicht gleich Food-Fotografie. Daher gilt es, zuerst nach Inspirationen zu suchen und zu überlegen, worauf du dich fokussieren möchtest.

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Manche Food-Fotografen spezialisieren sich zum Beispiel auf das Dekorieren der Speisen, andere wählen ungewöhnlichen Hintergründe und minimalistisches Design, um den Fokus auf das Essen zu setzen. Die Thüringer Food-Fotografin Kati Neudert von Vegan-zu-Tisch setzt bei ihren Fotos oft auf schattige Lichtverhältnisse und viel Tiefenschärfe, was den Bildern etwas Mystisches verleiht.

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Wieder andere, wie zum Beispiel Jose auf seinem Instagram-Account naturally.jo, konzentrieren sich auf einen bestimmten Essens-Typ (wie zum Beispiel Desserts, Frühstücksschüsseln, belegte Brote, vegane Gerichte, etc.). Zudem kannst du dir auch überlegen, ob du eher ein künstlerisches Flair oder lieber eine selbstgemachte Stimmung erzeugen möchtest.

Dies sind nur ein paar der Fragen, die du dir schon vor dem Kochen und Backen überlegen kannst. Was uns gleich zum nächsten Punkt bringt: Möchtest du überhaupt selbst Kochen und Backen oder das Essen anderer ablichten? Dabei gibt es nämlich einiges zu beachten.

02. Selbst Hand anlegen oder nicht?

Nicht jeder ist unbedingt ein angehender Sternekoch oder Meisterbäcker, aber vielleicht liebst du es, gut zu essen, und fotografieren ist deine Leidenschaft. Viele Foodie-Influencer kochen oder backen selbst selten und haben sich darauf fokussiert, das Essen in Restaurants abzulichten oder kurieren die schönsten Aufnahmen in einem Account. Ein gutes Beispiel wäre etwa der igbrunchclub, ein Kollektiv mehrerer Foodie-Influencer, der auf Brunch-Möglichkeiten in London hinweist.

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Falls du die Kreationen anderer fotografieren und veröffentlichen möchtest, musst du dabei aber beachten, dass es sich um deren Copyright handelt – auch bei den Speisen im Restaurant. Daher gilt: Unbedingt um Erlaubnis fragen, bevor du Bilder von Leckereien anderer auf deinem Account veröffentlichst und am besten immer mit klarem Hinweis auf das Restaurant bzw. den Original-Account.

03. Vorbereitung ist alles

Sobald du in etwa weißt, wie du deine Food-Fotografie gestalten möchtest, solltest du dir überlegen, wie deine Bilder schlussendlich aussehen sollen. Das bedeutet, es gilt schon bei der Rezeptauswahl zu überlegen, wie das Gericht als Endergebnis aussehen wird und wie du das Bild mit zusätzlichen Dekorationen schön gestalten kannst.

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Das ist auch gut, falls du dir noch etwas fürs Fotoshooting besorgen möchtest oder gar kochtechnisch Dekoration vorbereiten musst (wie etwa Schokogitter, frisches Obst, schöne Kräuterblätter, ganze Nüsse, etc.). Die Food-Fotografin Linda Lomelino von Call Me Cupcake zaubert sehr lebendige Essens-Kunstwerke, die du auf ihrem Account bestaunen kannst.

04. Beginne mit Lieblingsgerichten

Klar, man möchte gleich mit ganz speziellen Kreationen auftrumpfen, aber gerade am Anfang ist es gut, sich auf Gerichte zu konzentrieren, die dir liegen und die du schon oft gekocht oder gebacken hast. So kannst du dich nämlich auf die Bildgestaltung konzentrieren und weißt, dass dir das Bild ganz bestimmt gelingt. Zudem bist du mit den Zutaten vertraut und kannst passend dazu relativ einfach Dekoration herstellen. Sneh Roy von Cook Republic schießt nicht nur Fotos, bei denen dir das Wasser im Mund zusammenläuft, sie teilt auch immer wieder Rezepte, die jeder auch zuhause mal probieren kann, wie dieses Tofu-Curry hier.

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Stelle dir also am besten eine Liste mit Rezepten zusammen, die du relativ rasch und gut zubereiten kannst und überleg dir zu jedem Gericht, wie es als fertiges Bild aussehen könnte und was du dazu alles benötigst. Damit hast du dir quasi einen Veröffentlichungsplan geschaffen und gleichzeitig auch eine Einkaufsliste erstellt.

05. Stell dir eine Sammlung an (Deko-)Utensilien zusammen

Vor allem falls du regelmäßig deine Speisen fotografieren möchtest, ist es gut, mit dem Sammeln von Küchenutensilien und anderen Dekomaterialien zu beginnen. Alles von schönem Porzellan und Besteck über schöne und außergewöhnliche Hintergründe bis hin zu sonstigen Deko-Utensilien ist alles möglich. Du kannst deiner Kreativität freien Lauf lassen, BarbaraFrenchVegan macht es hier gekonnt vor.

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Bevor bei dir aber jetzt der Kaufrausch ausbricht, mach am besten mal eine Bestandsaufnahme, was dein Zuhause alles schon bietet oder frag auch im Bekanntenkreis nach, ob jemand Küchenutensilien hat, die nicht mehr benötigt werden. Öffne auch ruhig mal alle Küchenläden und schau, was du alles als Blickfang verwenden könntest. Die eigene Wohnung bietet oft mehr, als man denkt, was uns gleich zum nächsten Punkt bringt.

06. Finde schöne Hintergründe für deine Kreationen

Für kreative Hintergründe macht es Sinn, mal gezielt durch die Wohnung zu laufen und zu sehen, welche schönen Flächen (Tischplatten, Küchenablagen, Fensterbretter,...) die eigenen vier Wände bieten. Alle Orte in der Wohnung, die viel Tageslicht bieten, sind ideal für deine Aufnahmen. Aber auch Tischdecken, große Tücher, schöne Bettwäsche, etc. können als Hintergrund verwendet werden. Dass ein konstanter Hintergrund zum schicken Blickfang wird, zeigt Ramona van Maaren auf ihrem Account Some Green Life.

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Falls du eine eher dunkle Wohnung hast, wären Fotos auf dem Balkon oder auf der Terrasse eine Option. Ansonsten solltest du deine Koch- und Backzeiten so timen, dass du auf jeden Fall genug Licht für schöne Aufnahmen hast. Blitz-Belichtung und künstliches Licht sind zwar immer eine Möglichkeit, aber Tageslicht bringt einfach eine eigene Frische und Wärme ins Bild, die bei dunklen Lichtverhältnissen vor allem für Hobby-Fotografen und Anfänger nur schwierig und mit zumeist teurem Equipment erzeugt werden können.

07. Hübsche deine Speisen ein wenig auf

Schmecken kann man ein Foto leider (noch) nicht und das Auge isst ja bekanntlich mit, daher überleg dir, wie du deine Kreationen optisch schön darstellen kannst. Ein leckerer Schokokuchen kann noch so gut schmecken, aber ohne hübscher Deko obendrauf oder drumherum wird er auf einem Bild nicht unbedingt spannend rüberkommen. Vor allem kontrastreiche Deko wird schnell zum schönen Hingucker im Bild und lässt den Betrachter das Wasser im Mund zusammenlaufen.

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Daher wird auf vielen Dessert-Bildern – wie auch auf dem so ansprechenden Bild oben von Bo von Bo’s Kitchen – gerne frisches Obst, wie etwa bunte Beeren eingesetzt. Sie sind nicht nur optisch ein toller Kontrast, sondern bringen auch einen frischen Geschmack mit. Da wir Betrachter Frische und Süße mit den Beeren verbinden, bringen sie genau diese Eigenschaften mit ins Bild. Ähnliches gilt für Gewürze wie Zimtstangen oder Blätter von Kräutern wie Minze oder Basilikum. Sie suggerieren einen kräftigen Geschmack und als Betrachter assoziiert man genau das dann auch mit deiner Speise auf dem Bild.

08. Erlaube einen Blick hinter die Kulissen

Das Endergebnis schick zu präsentieren, ist natürlich immer ein Highlight, aber falls du auf deinem Account oder Blog eine Geschichte erzählen möchtest, dann lass deine Follower doch auch mal hinter die Kulissen blicken, indem du Bilder vom Herstellungsprozess machst. Diese Fotos sind nicht immer so einfach zu schießen, da sie ästhetisch meist weniger ansprechende Blickfänge haben, aber mit etwas Kreativität kannst du auch hier richtige Kunstwerke zaubern.

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Ein klassisches Beispiel wäre ein schön arrangiertes Bild deiner Zutaten oder deiner Küchenutensilien, bevor es mit dem Kochen losgeht – Lee Mandy von Lady and Pups macht es hier sehr schick vor. Oder ein Bild eines Zwischenschrittes, vielleicht einer fertig gebackenen Torte noch vor dem Verzieren oder eines rohen Teiges, der schon in Form gebracht wurde, wie etwa bei Hefezöpfen oder Brötchen. Auch ganz nett ist es, zwischendurch mal ein misslungenes Stück zu zeigen. Jeder macht mal Fehler und es macht dich umso menschlicher, diese nicht nur zuzugeben, sondern sie auch zur Schau zu stellen. Zudem kannst du deine Follower um Tipps für den nächsten Versuch bitten.

09. Widme dich bestimmten Themen

Ganz oben haben wir das schon kurz beim Stil angesprochen und vielleicht hast du schon eine Nische gefunden, aber auch wenn du ein weites Spektrum an Kreationen zeigst, kannst du auf deinem Account oder Blog immer wieder thematisch einen roten Faden erzeugen. Du könntest zum Beispiel saisonal passende Rezepte aufgreifen und so auch farblich immer wieder Akzente setzen.

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Oder du könntest dich immer wieder mal einer bestimmten Mahlzeit widmen und zum Beispiel unter der Woche schnelle Mittagessen zu Schau stellen, die deine Follower ganz einfach und sofort nachkochen können. Du könntest dich auch einem bestimmten Thema widmen, wie beispielsweise dem Umweltschutz: Zero-Waste-Influencerin Shia Su von Wasteland Rebel teilt auf ihrem Account immer die frischen unverpackten Einkäufe und auch hin und wieder Leckereien, die sie gemeinsam mit ihrem Partner zaubert.

10. Verwende gutes Equipment zum Fotografieren

Du kannst dich noch so sehr ins Zeug legen mit dem Zubereiten und Dekorieren, aber wenn dann nur niedrigauflösende, dunkle oder gerade noch scharfe Bilder mit dem Handy drin sind, dann hat sich die Mühe fast nicht gelohnt. Viele erfolgreiche Food-Fotografen wie etwa Andrew Scrivani verwenden Spiegelreflex-Kameras und Studio-Zubehör, um ihre Kreationen abzulichten und verbringen oft Stunden damit, diese zu fotografieren.

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Falls es dir also Ernst ist mit der Food-Fotografie, macht es Sinn, ein wenig in dich zu investieren und dir für den Anfang zumindest eine gute Kamera zu kaufen. Falls du später noch merkst, dass zusätzliches Equipment wie ein Stativ oder ein Reflektor praktisch wären, kannst du dir das immer noch besorgen.

11. Lies dich in Bildgestaltung und Design ein

Wer gute Fotos schießen möchte, sollte sich mit dem Basiswissen der Bildgestaltung ein wenig beschäftigen. Mit der Drittelregel oder dem Goldenen Schnitt schaffst du relativ einfach ein optisch harmonisches und ansprechendes Bild. Ashley Alexander von Gather & Feast lichtet ihre Kreationen immer besonders spannend ab.

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Ebenso gilt es, sich ein gewisses Maß an Design-Grundkenntnissen anzueigenen, wie etwa Farbpsychologie. Du kannst dir zum Beispiel für deine Bilder und auch für deinen gesamten Account Farbpaletten erstellen und so harmonisch passende Kreationen posten, um ein ansprechendes Gesamtbild zu kreieren.

12. Weniger ist oft mehr

Jetzt haben wir so viele Tipps und Inspirationen für dich, aber lass einfach mal alles in Ruhe auf dich wirken, ohne sofort alles auf einmal anzuwenden. Vor allem in Sachen Dekoration macht es Sinn, zuerst mal etwas einfacher anzufangen. Ein schöner Hintergrund, ein schickes Teller, etwas Frisches und ein wenig Dekoration und schon hast du ein ansprechendes Bild. Der The Great British Bake Off Gewinner Edd Kimber teilt seine Leckereien ansprechend, aber nie zu überladen, auf seinem Instagram-Account theboywhobakes.

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Du kannst dich immer noch Schritt für Schritt an dramatischere Dekorationen und Bildgestaltungen wagen, wenn du möchtest, aber ein gutes Bild braucht nicht viel Schnickschnack, Minimalismus funktioniert mindestens genauso gut und du brauchst dir keine Sorgen machen, dass du zu dick aufträgst.

Also entweder haben wir dir jetzt Lust aufs Kochen, Fotografieren oder Essen gemacht, so oder so alle drei sind tolle Aktivitäten und vielleicht probierst du ab jetzt öfter mal alles zusammen aus. Falls du deine Rezepte auch mit anderen teilen oder stilsicher aufheben möchtest, findest du hier in Canva übrigens ganz verschiedene und schicke Rezeptkarten-Vorlagen, die du mit deinen Bildern gestalten kannst. Viel Erfolg bei deinen leckeren Kreationen und viel Spaß beim Fotografieren und vor allem beim Naschen danach!

Deine Geheimwaffe für beeindruckende Designs