Handy, Spiegelreflex & Co.: 15 Tipps, um richtig gute Fotos zu machen

Fotografieren lernen leicht gemacht: Mit diesen Tipps und Tricks schießt du schnell mit jeder Art von Kamera gute Bilder.

Vorbei sind die Zeiten von maximal 36 analogen Bildern. Dank des Smartphones haben wir  heute immer eine Kamera bei uns – ob spontane Schnappschüsse oder geplante Abdrücker, noch nie konnten wir so einfach und schnell fotografieren wie jetzt.

Auch unsere Umwelt wird immer visueller, so posten wir schnell mal beim Frühstück unsere bunte Haferbrei-Kreation auf Instagram oder teilen unsere Urlaubsfotos sofort mit der Familie via Whatsapp. Auch moderne Spiegelreflex-Kameras lassen sich schnell mit der Cloud verbinden, um hochwertige Fotos direkt bei der Hand zu haben.

Die Kehrseite von immerwährenden Fotomöglichkeiten ist aber, dass sich allerhand unnütze Bilder ansammeln. In der spontanen Euphorie drückt man eben manchmal nur so nebenbei ab und das Resultat sind dann oft leicht unscharfe oder wenig spannende Bilder, die den Speicherplatz wegnehmen.

Falls du aber diese Tipps und Tricks hier befolgst, sollte es nicht mehr so schnell zu Fehlknipsern kommen:

1. Wende die Drittelregel an

Drittelregel Smartphone Fotografieren: Tipps, um gute Fotos zu machen

Als Klassiker der Bildgestaltung gilt die Drittelregel, die man als Anfänger unbedingt anwenden und ausprobieren sollte, weil sich so tatsächlich rasch tolle Bildergebnisse erzielen lassen. Die Drittelregel geht ganz einfach: Wenn man auf den Bildschirm oder durch den Sucher blickt, stellt man sich den gewünschten Bildausschnitt in neun gleich großen Quadraten vor. Manche Kameras haben auch eine vorgefertigte Gitternetz-Funktion, sodass du diese ganz einfach einschalten kannst. Bevor du nun abdrückst, positionierst du dein Hauptmotiv am besten direkt auf einem der inneren vier Kreuzpunkte – also entweder im oberen oder unteren Drittel und entweder auf der linken oder rechten Seite des Bildes – und nicht direkt in der Mitte. Dadurch entsteht ein ästhetisch angenehmer Blickwinkel, der mit dem sogenannten Golden Schnitt zu hat.

2. Lass dich inspirieren

Feld, Sonnenuntergang, Baum, stimmungsvolle Landschaft: Tipps fürs Fotografieren

Es ist gar nicht so einfach, selbst auf tolle Motivideen zu kommen. Zum Glück leben wir in einer so schön vernetzten Welt, da kann man sich von Menschen auf dem gesamten Erdball inspirieren lassen. Also warum nicht den Social Media-Kanälen toller Fotografen folgen (wie etwa jenen in unserem Hochzeitsfotografen-Artikel) und sich so Tipps und Ideen abschauen. Viele Fotografen erlauben auch manchmal einen Blick hinter die Kulissen, sodass man sieht, mit welchem Equipment sie arbeiten und welche speziellen Techniken sie anwenden.

3. Ein bisschen Technik gehört dazu

Kameralinse, Weitwinkelobjektiv: Tipps für gute Fotos

Wer tolle Fotos schießen möchte, der sollte sich auch ein bisschen mit den technischen Grundlagen beschäftigen, um zu verstehen, wie ein Bild eigentlich entsteht und welche Elemente man als Fotograf beeinflussen kann. Begriffe wie „Blende“, „ISO“, „Belichtungszeit“, „Weitwinkelobjektiv“ und „Auslöser“ wirst du wahrscheinlich schon mal gehört haben, aber weißt du auch, wann man am besten welche Belichtungszeit verwendet oder wie der ISO-Wert das Bildergebnis beeinflusst? Falls nicht, dann einfach nachlesen und sich ein bisschen damit beschäftigen, wie ein Foto zustande kommt. Das hilft einem, die eigenen Geräte sowie die Möglichkeiten, die man bei der Bildgestaltung hat, besser zu verstehen.

4. Lerne deine Geräte kennen

Kameraeinstellungen: Tipps, um gute Bilder zu machen

Das bringt uns auch schon zum nächsten Punkt, nämlich lerne deine Fotogeräte näher kennen. Beim Fotografieren lernen besteht oft der Irrglaube, dass man mit teureren Kameras automatisch bessere Fotos machen kann. Das stimmt aber nur bedingt, denn wirklich gute Fotografen schießen auch mit einem Smartphone spektakuläre Bilder. Wichtig ist vor allem, dass man sich mit seinem jeweiligen Gerät beschäftigt und versteht, wie es funktioniert und welche Funktionen es bietet. Nur so weiß man wirklich, welche Art von Bilder man am besten damit machen kann. Zum Beispiel wirst du dir sehr schwer tun mit einer Kamera ohne oder schwacher Blitzfunktion, wenn du vor allem Innenaufnahmen oder bei dunklen Lichtverhältnissen Fotos machen möchtest. Du wirst es auch nicht leicht haben, falls du gerne Nahaufnahmen von Insekten und Blumen machst, wenn du kein entsprechendes Zoom oder Objektiv hast. Sich ein bisschen mit seinen Fotogeräten zu beschäftigen, bringt einen oft ein ganzes Stück näher hin zu richtig guten Fotos.

5. Bereite dich gut vor

Fotozubehör, Fototasche: 15 Tipps, um gute Fotos zu machen

Fotografen bereiten sich immer auf ihr nächstes Shooting vor und überlegen schon beim Packen, welche Motive sie aufnehmen wollen und welche Lichtverhältnisse herrschen werden. Dementsprechend entschließen sie sich dann, welche Technik mitkommt. Nun hat nicht jeder einen Schrank voll Kameras und Zubehör zuhause, aber wenn man sich mit den Geräten beschäftigt, die man hat, ist man schon mal am richtigen Weg zu tollen Bildern. Daher sich vor dem nächsten Urlaub einfach mal ein paar Gedanken darüber machen, welche Art von Fotos man machen möchte, auf welche Licht- und Wetterverhältnisse man sich einstellen kann und ob viel Zeit für Bildgestaltung und mehr bleibt.

6. Verändere deine Perspektive

Brücke und blauer Himmel: Fotografier-Tipps

Blickwinkel und Perspektive haben einen großen Einfluss darauf, wie dein Bildendergebnis ankommt. Man kann schnell mal abdrücken, aber hat man auch einen interessanten Winkel gewählt? Nicht umsonst sieht man oft Fotografen in unmöglichen Posen – sei es liegend mit der Kamera davor oder die Kamera mit hochgestreckten Armen haltend. Es ist also nicht nur das Motiv wichtig, sondern auch aus welcher Perspektive du es fotografierst. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, spielst du am besten mit einem fix stehenden Motiv herum und fotografierst es aus verschiedensten Winkeln. Danach kannst du die verschiedenen Perspektiven vergleichen und lernst so, was dir und anderen am besten gefällt.

Tipp: Kinder und Tiere nicht unbedingt von oben herabschauend fotografieren, da sie sonst sehr klein wirken.

7. Spiele mit den Lichtverhältnissen

Nebel und Sonnenaufgang: Fotografier-Tipps

Wer schon mal dasselbe Motiv zu verschiedenen Tageszeiten und Wetterverhältnissen aufgenommen hat, weiß, wie stark Licht das Bildergebnis beeinflusst. Die ödeste Landschaft wird etwa bei Sonnenaufgang zur dramatischen Kulisse und das spektakulärste Motiv lässt sich zur Mittagssonne (im Sommer zwischen etwa 10 und 15 Uhr) kaum noch gut fotografieren. Grundsätzlich gilt, dass zwei Stunden nach Sonnenaufgang und zwei Stunden vor Sonnenuntergang das beste Licht für stimmige Fotos herrscht.

Viele zieht es auch bei Nebel eher nach Hause unter die Kuscheldecke, dabei entstehen bei solchem Wetter oft sehr einzigartige, surreale Motivmöglichkeiten und dicke Wolken können einen starken Kontrast zu weiten Landschaften bilden. Daher gilt: Einfach mal bei verschiedenen Wetterlagen und Tageszeiten zur Kamera greifen und drauflos fotografieren.

Tipp: Wer mit Objektiv fotografiert, sollte eine Streulichtblende (auch bekannt als Sonnenblende) verwenden, da so seitlich einfallendes Licht abprallt und sich nicht an der Linse reflektiert. Dadurch entstehen kräftigere und satte Farben im Bild.

8. Nutze, was die Umgebung bietet

Schwarz-Weiß Kontrast, Stiege: Foto-Tipps

Not macht bekanntlich erfinderisch, das gilt auch bei der Bildgestaltung. Nutze, was die Umgebung bietet, um dein Hauptmotiv so richtig schön in Szene zu setzen. Sind Fenster oder Torbögen vorhanden, die sich möglicherweise als Rahmen anbieten? Gibt es geometrische Muster, die du dir für die Bildgestaltung zunutze machen kannst (z.B. klare Linien wie bei Stufen, Hochhäusern, Zäunen, Flugzeugstreifen oder dem Horizont)? Man kann manchmal auch ein bisschen tricksen, indem man einen Ast oder eine Blume ins Bild hält, um so einen Hingucker zu kreieren. Gute Bilder haben üblicherweise einen klaren Vordergrund, also einen Fokuspunkt, und einen Hintergrund.

9. Komm näher und geh ins Detail

Straße, Gras, Schattierungen: Tipps, um richtig gute Fotos zu machen

Klar, weite Landschaften und lange Gebäudekomplexe sehen oft sehr spektakulär aus, aber in Wahrheit machen sich diese oft nicht so gut auf Bildern, vor allem wenn man nicht das technische Equipment bei sich hat, um diese auch wirklich gut aufzunehmen. Oftmals sind wir auch so darauf fokussiert, unser Hauptmotiv aufs Bild zu bringen, dass wir gar nicht überlegen, ob der Bildausschnitt nicht besser wird, wenn wir näher rangehen. So entstehen meist die vielen Urlaubsbilder, in denen man zwar das abgelichtet hat, was man wollte, aber das Motiv fast in der Umgebung verschwindet.

Tipp: Wenn möglich selbst näher rangehen, die Zoom-Funktion kann man immer noch verwenden, wenn es sein muss.

10. Beschäftige dich mit Bildoptimierung

Canyon, Kontrast: Tipps für gute Bilder

Wer jetzt an stundenlanges Retuschieren denkt, liegt falsch, wir sprechen hier von gängiger kurzzeitiger Bildoptimierung, um das Beste aus deinen Bildern rauszuholen. Vor allem Tonwerte, Helligkeit und Kontrast spielen dabei eine große Rolle. Warum ist das hilfreich? Einfach deshalb, weil man oft trotz tollem Equipment und langer Vorbereitung nicht immer auf alles gefasst sein kann und Kameras eben auch ihre technischen Grenzen haben. Klar möchte jeder direkt mit der Kamera ein Kunstwerk erschaffen, aber dabei wird oft vergessen, dass auch viele Fotokünstler sich die Bildbearbeitung zunutze machen. Früher ist das in der Dunkelkammer passiert, heute macht man das zumeist via Laptop oder Handy.

Mit Canva kannst du übrigens spielend leicht deine Bilder zuschneiden, bearbeiten und sie auch für weitere Zwecke aufbereiten von Social Media Grafiken über Fotocollagen bis hin zu Postkarten, kannst du alles kostenlos und online gestalten.

11. Überleg dir, was du mit den Bildern machen möchtest

Essen im Glas, Essen fotografieren: Tricks für gute Fotos

Bevor du deine Fotos schießt, überleg dir auch gut, was du mit den Bildern machen möchtest. Sind sie vor allem fürs Familienalbum gedacht? Möchtest du sie auf deinen eigenen Social Media-Kanälen teilen? Hast du gar deinen eigenen Blog und möchtest die Bilder dort veröffentlichen – vielleicht zu einem speziellen Thema oder als visuelle Anleitung und Storytelling? All diese Dinge solltest du dir vor dem Fotografieren kurz überlegen, damit du auch die Fotos dementsprechend gestalten kannst. Vor allem falls du Platz für Text brauchst oder ganz spezielle, möglicherweise schwierigere Motive aufnehmen möchtest, die du vielleicht erst noch in Szene setzen musst (wie zum Beispiel Essen und Gerichte). Daher ist es wichtig, sich vor dem Fotografieren kurz Gedanken darüber zu machen, wie man die Bilder später verwenden möchte.

12. Probier einfach aus

Timelapse-Fotografie: Tipps und Tricks für Hobby-Fotografen

Das ist die wichtigste Regel beim Fotografieren! Jetzt wo wir nicht mehr unbedingt an die Bildanzahl von analogen Filmen gebunden sind, kann man sich nach Lust und Laune durch Ideen durchprobieren, ohne sich ärgern zu müssen, wenn man grau-schwarze Bildreihen aus dem Laden holt, weil nichts so funktioniert hat, wie man sich das eigentlich vorgestellt hätte. Sei also einfach spontan und überleg dir, womit du herumspielen könntest. Du möchtest einen Filter anwenden, hast aber keinen passenden dabei? Wie wärs mit der (vorher klar geputzten) Sonnenbrille? Du möchtest eine lange Belichtungszeit probieren, hast aber kein Stativ dabei? Tut’s der nächste Baumstamm oder die nächste Sitzbank vielleicht auch? Lass deiner Kreativität freien Lauf, löschen kannst du die Bilder notfalls immer noch.

13. Üben Üben Üben

Frau mit Kamera beim Fotos machen: Tipps fürs Fotografieren

Wie fast alle neuen Fähigkeiten, die man erlernen möchte, gilt auch beim Fotografieren, dass man sich durch Üben und Ausprobieren weiterentwickelt. Knips also einfach mal drauflos und nimm dir danach etwas Zeit, um zu reflektieren, welche Bilder dir gefallen und welche weniger. So entwickelst du nach und nach mehr Gefühl dafür, welche Motive und Perspektiven dir Spaß machen und du entwickelst so einen eigenen Stil. Das hilft dir dann auch bei der Motivwahl – falls du zum Beispiel gerne Blumen fotografierst, kannst du dich auf andere Dinge konzentrieren als wenn du lieber Gebäude oder Menschen ablichtest.

14. Wirf manchmal alle Regeln über Bord

Blume vor Blumenfeld: Tipps, um richtig gute Fotos zu machen

Hin und wieder ist es gut, auch mal alles über Bord zu werfen, was du übers Fotografieren gelernt hast und neue Blickwinkel oder Schnappschüsse auszuprobieren. Viele Perspektiven-Tipps sind zwar super Anhaltspunkte (vor allem für Anfänger), aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel, also ruhig mal mit neuen Augen auf ein Motiv blicken und überlegen, wie man das noch anders aufnehmen könnte. Dieser Tipp hilft dir, ganz ungewöhnliche Aufnahmen zu machen und schärft auch den Blick für Neues. Manchmal hat man ohnehin gar keine Zeit, sich ideal auf ein Bild vorzubereiten, falls man einen bestimmten Moment einfangen möchte – so entstehen oft die besten Schnappschüsse. Daher gilt: Einfach dem eigenen Bauchgefühl folgen und abdrücken.

15. Hab Spaß an der Sache

Fotograf im Sonnenuntergang: Tipps fürs Fotografieren

Der wichtigste Tipp zum Schluss: Genieße das Fotografieren und hab Spaß daran. Lass dich durch Techniken, Profi-Tipps und etwaige Regeln nicht entmutigen, sondern schieße die Fotos, auf die du Lust hast. Solange du das Fotografieren nicht professionell machst, ist ohnehin nur wichtig, dass dir selbst deine Bilder gefallen und Übung macht bekanntlich den Meister, also einfach weiter knipsen.

Fotografieren ist ein richtig spannendes Hobby, da man nie weiß, wohin es einen führt und welche Ideen man noch hat. Mit ein paar Tipps und Tricks und regelmäßigem Üben kann man schnell richtig gute Fotos machen, egal ob man Schnappschüsse mit dem Handy schießt oder auf Fototour mit der Spiegelreflex-Kamera geht.

Deine Geheimwaffe für beeindruckende Designs