Pastellfarben kombinieren & schick einsetzen: So geht’s

Macarons in Pastellfarben und Pastelltönen]

Sanft und beruhigend sind passende Adjektive, mit denen du Pastellfarben beschreiben kannst. Warum sie so vielseitig sind, wie du sie gezielt einsetzt sowie kombinierst und woher die harmonischen Farbtöne überhaupt kommen, erfährst du hier. 

In der Modewelt spielen Pastellfarben schon länger eine wichtige Rolle, schließlich sind die Farben dank dieser erst richtig ins Rampenlicht gestellt worden. Auch im digitalen Design liegen Pastellfarben im Trend. Aber was macht Pastellfarben so besonders und welche Aufgabe haben sie? Lass uns zusammen einen genaueren Blick auf die sanften Farben werfen!

Was genau sind Pastellfarben?

Von den Farbtönen Lavendel, Minze und Babyblau hast du sicher schon mal was gehört – sie alle sind Pastellfarben. Was sind aber nun genau Pastellfarben und ab wann klassifiziert man Farbtöne als solche? Im Grunde genommen sind Pastellfarben die „Kinder“ von Primär- und Sekundärfarben in Kombination mit Weiß – sie sind also hellere und weniger gesättigte Varianten.

Bild von The Olga Niekrasova Collection via Canva Photos

Das Wort „Pastel“ bezeichnet gleich mehrere Begriffe, die mit dem Thema Farbe zu tun haben. Es leitet sich vom mittellateinischen Wort „pastellum“ ab, das sich auf die Paste bezieht, die etwa bei der Verarbeitung von Färberwaid entsteht. Das wiederum ist eine Pflanze, die zur Herstellung des Farbstoffes Indigoblau verwendet wird. Daher kann das Wort „Pastel“ manchmal auch für Blautöne stehen bzw. die Färberwaid-Pflanze bezeichnen. Bei der Textilfärbung mit der Färberwaid-Paste entsteht eine blaue Tönung übrigens erst, nachdem sie längere Zeit mit Sauerstoff oxidiert. Während dieses Vorganges sieht man schon die verschiedenen Farbstufen, die natürlich heller als Indigo sind und daher bezeichnet man sie als Pastellfarben. Generell wirst du im Laufe des Artikels feststellen, dass viele Pastellfarben nach Blumen und Früchten benannt sind, die diese Farbtöne besitzen.

Was sind die Vorteile von Pastellfarben?

Wie wir aus der Farbenlehre wissen, gilt es beim Designen, entweder Kontrast oder Harmonie zu schaffen. Pastellfarben sind aufgrund ihrer geringen Sättigung eher Harmonie-schaffend als Kontrast-erzeugend und darum auch weniger auffallend. Im Vergleich zu stark gesättigten Farbtönen, wie Gelb oder Rot, belasten Pastellfarben auch viel weniger das Auge. Aufgrund dieser Eigenschaft lassen sich Pastell-Farbtöne auch mit mehreren anderen Farbtönen kombinieren, ohne beim Betrachter Unwohl zu schaffen.

Bild von Floral Deco via Canva Photos

Würdest du das Gleiche mit stark gesättigten Farbtönen machen, würde dies beim Betrachter viel mehr Spannung im Auge erzeugen. Im Grunde genommen kann man Pastellfarben länger betrachten, ohne sie als störend zu empfinden. Pastellfarben sind daher auch im Vergleich zu gesättigten Farbtönen viel beliebter als Wandfarben. Aufgrund der Unscheinbarkeit, aber auch dank der Kompatibilität mit mehreren Farben, sind Pastellfarben immer eine sichere Wahl und somit zeitlos.

Da Pastellfarben nicht aufdringlich wirken, sind sie auch bei seriösen Designs, wie etwa auf dieser Etikettenvorlage, eine optimale Wahl: 

Wo werden Pastellfarben eingesetzt?

Dank ihrer geringen Sättigung und sanften Wahrnehmung lassen sich Pastellfarben überall problemlos einsetzen. Allerdings wirst du Pastellfarben bestimmt nicht bei Warnsymbolen wie etwa Stoppschildern sehen. Äußerst beliebt sind die hellen Farbtöne hingegen bei Hygiene- und Wellness-Marken sowie -Produkten. Auch Naschkatzen können sich freuen, denn Pastellfarben sind eine häufige Wahl bei Süßigkeiten und Gebäck, wie Torten und Bonbons. Und seit circa Mitte der 50er-Jahre sind Pastellfarben auch kaum bei Babyartikeln wegzudenken.

Bild von Ruth Black via Canva Photos

Benutzt du seit neuestem auf deinem Handy oder PC den Nachtmodus oder ein dunkleres Design? Vielleicht ist dir dann auch schon aufgefallen, dass die Schaltflächen in Pastellfarben wiedergegeben werden. Im Allgemeinen sind Pastellfarben im UI-Design gerne gesehen und werden verwendet, um dezente Abgrenzungen im Layout zu schaffen.

Falls du die 80er-Jahre miterleben durftest, dann kannst du dich sicher noch an die damalige Mode erinnern. Kult-Charaktere wie Sonny Crockett und Rico Tubbs von Miami Vice haben durch ihre Outfits Pastellfarben in Umlauf gebracht. Selbst in der Architektur der 80er-Jahre – als Teil des Art-Deco-Revivals – sind die weichen Pastellfarben immer wieder vertreten. Achte mal darauf, wenn du das nächste Mal Bilder von Art-Deco-Hochburgen wie Miami, Havanna oder Paris siehst.

Du planst eine längere Instagram Story? Pastellfarben eignen sich bestens als Hintergrundfarbe, wie dieses Beispiel zeigt:

Welche Pastellfarben gibt es?

Im Prinzip kannst du aus jedem Farbton eine Pastell-Variante erzeugen und selbst aus den bereits erstellten Pastellfarben lassen sich weitere Abstufungen gewinnen. Folgende bekannte Pastellfarben kannst du durch die Zugabe von Weiß aus den Primär- und Sekundärfarben erzeugen:

Rot + Weiß = Rosa, Lachs

Grün + Weiß = Minze, Pistazie

Blau + Weiß = Taubenblau, Himmelblau

Gelb + Weiß = Elfenbein, Champagner

Orange + Weiß = Pfirsich, Aprikose

Violett + Weiß = Lavendel, Flieder

Pastellfarben von Blau und Cyan

Die wohl bekannteste Pastellfarben-Variante von Blau ist Hellblau, das oft auch als Taubenblau oder Babyblau bezeichnet wird. Apropos Baby, Pastellfarben-Varianten von Blau werden oft mit Babys assoziiert, insbesondere wenn es sich um Jungs handelt. Dabei wurde der hellblaue Farbton vor den 50er-Jahren eigentlich eher mit Mädchen in Verbindung gebracht. Heutzutage verschwindet zwar der Gebrauch von geschlechtsspezifischen Farben mehr und mehr, jedoch ist Babyblau nach wie vor für alle Babys sehr beliebt.

Bild von AlinaYudina via Canva Photo

Ob digital oder Print, im Design ist Babyblau besonders geeignet bei IT und sonstigen digitalen Themen. Achte mal darauf, wieviele Marken in Online-Branchen zu Pastell-Farbvarianten von Blau greifen. Blau wirkt seriös und schafft Vertrauen – Eigenschaften, die auch auf das Babyblau zutreffen. Am besten lässt sich Babyblau mit dunkleren Blautönen sehen, aber auch Violett samt seiner Pastelltöne ergänzt sich wunderbar mit dem sanften Farbton. Meiden solltest du hingegen eher zu starke Brauntöne in Kombination mit helleren Blautönen, denn diese Farben können zusammen unvorteilhaft wirken.

Diese Infografik nutzt mehrere Töne von Blau und auch andere Pastellfarben, um Ganzheitlichkeit zu schaffen:

Pastellfarben von Rot und Magenta

Ähnlich beliebt wie das Hellblau ist auch die Pastellfarbe Rosa. Ob diese nun aus Rot oder Magenta entsteht, dazu teilen sich die Meinungen stark, denn aus beiden Farbtönen lassen sich Varianten von Rosa erstellen. Mische einfach Weiß mit Rot oder Magenta und schon entsteht ein schöner Rosa-Farbton. Ein ähnliches Prinzip gilt natürlich auch für die Kreuzung von Rosen (wenn auch deutlich komplexer), von denen der Name dieser Pastellfarbe klar abgeleitet wird.

Die zarte Pastellfarbe schaffte vor allem dank der ehemaligen amerikanischen First Lady Mamie Eisenhower ihren Durchbruch zum Mainstream, da diese zur Amtseinführung ihres Mannes ein rosafarbenes Kleid trug und generell eine Vorliebe für die Farbe zu haben schien. Sie trat damit einen regelrechten Trend los. Heutzutage kann sich jeder gut in Rosa sehen lassen, aber trotzdem ist die Farbe oft in Symbolen anzutreffen, die für Weiblichkeit stehen.

Bild von Floral Deco via Canva Photos

Apropos Symbole: Unter den Pastellfarben ist Rosa mit Abstand der Spitzenreiter der Symbolik. Als Zeichen der Heiterkeit kannst du rosige Zeiten erleben, aber als Zeichen der Naivität siehst du die Welt zu oft durch eine rosarote Brille. Rosa steht auch für Fürsorge und Solidarität, so ist die pinke Schleife das internationale Zeichen gegen Brustkrebs und das rosa Lambda ein Zeichen für die Rechte der LGBTQ+-Community.

Rosa ist nicht nur vielseitig in der Symbolik, sondern lässt sich auch einfach mit anderen warmen Farbtönen wie Rot und Orange kombinieren. Eine äußerst beliebte Mischung sind Grüntöne wie Minze oder Limette mit Rosa-Variationen wie Lachs oder Altrosa. Wie viele andere Pastellfarben auch, lässt sich Rosa hervorragend mit Grau kombinieren und verleiht seriösen Designs einen Hauch von Geborgenheit.

In diesem Beispiel wirkt das Logo dank des rosafarbenen Hintergrunds insgesamt weicher als das bei einem knallroten Hintergrund der Fall wäre:

Pastellfarben von Gelb

Im Allgemeinen werden Pastellfarben mit dem Frühling verbunden, da dann auch eine Vielzahl von Blumen blüht. Doch eine Pastellfarbe lässt sich besonders zur Osterzeit gerne blicken und zwar die Pastellfarben-Variante von Gelb. Dies hat gleich mehrere Gründe: Die Anzahl von gelben Blumen, die vermehrt in dieser Jahreszeit blühen, die längeren und sonnigeren Tage und natürlich auch Ostersymbole wie etwa die gelben Küken. Aber auch im Sommer lassen sich die helleren Varianten von Gelb gerne sehen, schließlich ist diese Farbe der Sonne immer noch am nächsten.

Bild von Malkovstock via Canva Photos

Zu den beliebtesten Pastellfarben-Varianten von Gelb gehören Elfenbein und Champagner. Wie du bereits an den beiden Namen erkennen kannst, werden diese Farben oft mit Eleganz und Hochwertigkeit in Verbindung gebracht. Auch Beige und Sandfarbe kann man als Pastellfarben betrachten, wobei diese etwas dunkler ausfallen.

Anders als die Primärfarbe Gelb, die du eher dezent einsetzen solltest, lassen sich die Pastellfarben-Variationen ausgiebig verwenden und mit allen anderen Farben kombinieren. Vor allem Grün- und Blautöne wirken durch die Kombination von Champagner oder Sandfarbe viel freundlicher, aber auch hochwertiger.

In dieser Vorlage wird dies deutlich. Dank des zarten Hintergrunds erscheinen alle Komponenten gleich noch eleganter:

Pastellfarben von Lila und Violett

Lavendel und Flieder sind nicht nur wohlriechende Düfte, sondern auch Bezeichnungen für die Pastellfarben, die du aus Lila und Violett erstellen kannst. Der genaue Unterschied zwischen den beiden ist, dass Lavendel eher ins Blaue geht und Flieder eher ins wärmere Magenta. Ähnlich wie bei anderen Pastellfarben haben die Farbtöne Lavendel und Flieder ihre Namen den beiden wohlriechenden Pflanzen zu verdanken.

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Wer an Lavendel denkt, kommt definitiv nicht an der Provence vorbei. Der Farbton ist aufweckend und energiegeladen, ohne dabei zu übertreiben. Da Lila sowieso schon leicht bläulich ist im Vergleich zu anderen wärmeren Farben, lassen sich die Pastellfarben von Lila auch gut mit Blautönen kombinieren. Kontrastreiche Rottöne können dagegen zu beißend wirken.

Dass es bei Business-Präsentationen nicht immer Blau sein muss, beweist diese professionelle Präsentationsvorlage in Pastelltönen von Lila:

Pastellfarben von Grün

Bei der Farbe Grün dauert es nicht lange, bis einem das Wort Natur in den Sinn kommt. Diese Eigenschaft von Grün teilen auch die Pastell-Varianten. Da wäre zunächst die Pastellfarbe Minze, die als Mischung zwischen Cyan und Grün entsteht. Sie ist als Farbe äußerst beliebt bei Wellness- und Kosmetikmarken, denn Minze strahlt Wohlbefinden aus, was sich wunderbar mit den Eigenschaften von diesen Produkten kombinieren lässt. Der leicht bläuliche Teint in der Minze erzeugt zudem ein Gefühl von Frische und Sauberkeit.

Bild von Marcin Jucha via Canva Photos

Eine der bekanntesten Pastellfarben ist das Tiffany Blue der Juweliermarke Tiffany’s, das trotz des Blau” in seinem Namen eigentlich eher eine Pastellfarben-Variante von Grün ist. Ein etwas wärmerer Grünton wäre da schon der Pastellton Pistazie. Den leichten Hauch an Wärme hat der Farbton dem höheren Anteil von Gelb zu verdanken, denn aus der Farbpsychologie kannst du entnehmen, dass Gelb zu den warmen Farbtönen zählt. Pistazie eignet sich daher bestens für Designs zum Thema Essen und Kochen. Im Allgemeinen werden jegliche Grüntöne immer mit Natur assoziiert und vermitteln Designs daher etwas Natürliches.

Auch in sonst eher schlichten Designs kannst du Pastell-Varianten von Grün benutzen, um diesen mehr Frische zu verleihen:

Pastellfarben von Orange

Orange ist als Farbe sehr lebendig und schreit geradezu nach Aufmerksamkeit. Als Pastellfarbe wird aus der spritzigen Orange ein sahniger und sanfter Farbton, der auch nach einer Frucht benannt ist, und zwar dem Pfirsich. Eine weitere Abstufung von Orange als Pastellfarbe ist ebenfalls nach einer Frucht benannt, und zwar nach der Aprikose. Sowohl Pfirsich als auch Aprikose lassen sich problemlos mit weiteren wärmeren Farbtönen kombinieren und harmonieren besonders gut mit Braun- sowie Grüntönen. Bei diesen Farbkombinationen entsteht schnell ein leicht mediterranes Flair.

Bild von Dean Drobot via Canva Photos

Vielleicht sind deswegen beide Farbtöne nach Früchten benannt, die im Mittelmeerraum angebaut werden. Fakt ist, die Pastellfarben aus Orange sind beliebte Farben bei Fassaden mediterraner Architektur. Auch dunklere Varianten wie „Gebranntes Sienna“ und Terrakotta kannst du als Pastellfarben von Orange klassifizieren, wobei sich hier wiederum die Meinungen etwas spalten. Allerdings sind sich alle einig, dass Pastellfarben von Orange Gemütlichkeit und Freude ausstrahlen. Besonders zur herbstlichen Jahreszeit nehmen diese Farbtöne deutlich an Vorkommen und an Bedeutung zu.

Egal ob Frühling, Sommer oder Herbst, dass sich orangefarbene Pastelltöne auch super als Hintergrund machen, beweist diese Speisekarten-Vorlage hier: 

Welche dieser Pastellfarben dir nun am meisten gefällt, bleibt dir überlassen. Du kannst bei den Pastell-Varianten einer Farbe aber ziemlich wenig falsch machen, da diese nun wirklich äußerst anpassungsfähig sind. Falls du noch mehr Beispiele zu Designs in Pastellfarben sehen möchtest, dann stöbere in den Vorlagen von Canva herum und lass dich inspirieren.

Leg einfach gleich mit dem Gestalten in Canva los – wir wünschen dir viel Spaß beim Herumprobieren mit Pastellfarben!

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