Poster selbst gestalten: Was macht ein gutes Plakat aus?

Plakate sind unumstritten eines der vielfältigsten Werkzeuge der Design-Welt. Wir verraten dir, wie du ein schickes Poster selbst gestaltest.

Die Verwendungsmöglichkeiten von Postern und Plakaten sind beinahe unbegrenzt: Von der Bewerbung von Events, Produkten, Shops oder sogar Personen über Information und Inspiration bis hin zum Einsatz als coole Deko.

Aber nicht alle Poster und Plakate sind auch gleich gut designt. Wie bei allen kreativen Arbeiten gibt es Vertreter, die mehr oder weniger erfolgreich damit sind, ihre Botschaften zu vermitteln, bzw. nahezu grenzgenial oder eher unbeeindruckend ausfallen. Wir verraten dir, welche Dinge es zu beachten gilt, damit dein Poster in die jeweils erste Kategorie fällt.

Falls du sofort mit der Poster-Gestaltung anfangen möchtest, haben wir hier schonmal eine Vorlage für dich zum Herumspielen:

Warum sind Poster und Plakate so wirkungsvoll?

Die wichtigste Frage zuerst: Warum überhaupt ein Poster oder Plakat verwenden? Die einfache Antwort: Weil sie wirken. Und die ausführlichere: Poster und Plakate sind groß genug, um so richtig Eindruck zu schinden und Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen – gleichzeitig aber auch klein genug, um sie so gut wie überall aufzuhängen. In anderen Worten: Sie sind weder zu groß noch zu klein, sondern gerade groß genug, um dein Design perfekt in Szene zu setzen.

Außerdem sind Poster und Plakate unglaublich vielseitig: Du kannst ihnen eine ganze Riege an Stilen, Layouts, Farben und anderen Design-Elementen verpassen und diese so lange kombinieren, bis sie genau jene Inhalte und Gefühle vermitteln bzw. Reaktionen erzeugen, die du dir wünscht. Poster und Plakate sind somit ein unbezahlbares Tool in deinem Marketing- und Design-Repertoire.

Poster erlauben es dir, mit deinem Marken-Design zu spielen und deiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Diese launige Vorlage hier lässt sich leicht für viele Zwecke umgestalten und individualisieren: 

Anwendungsbereiche von Postern und Plakaten

Wie gerade schon erwähnt, sind den Anwendungsmöglichkeiten von Postern und Plakaten kaum Grenzen gesetzt, es gibt aber dennoch zwei Bereiche, in denen ihr Einsatz ganz besonders üblich ist: Zum einen zur Bewerbung bzw. Vermarktung diverser Events, Produkte oder Dienstleistungen und zum anderen als schicke Deko-Elemente mit und ohne praktischem Nutzen. Im Folgenden möchten wir dir eine Reihe an Beispielen für Poster und Plakate dieser Arten geben.

Event-Poster und Werbeplakate

Egal ob du einen Schulball organisierst, einen Ausverkauf in deinem Shop ankündigst oder ein großes Charity-Event mit Starbeteiligung planst, Event-Poster und Werbeplakate lassen Interessierte wissen, dass die Veranstaltung ansteht, wann bzw. wo sie stattfindet und was dort geboten wird.

Poster transportieren aber nicht nur die Fakten, wenn sie gut designt sind, steigern sie auch die Vorfreude auf das betreffende Event oder motivieren sogar dazu, teilzunehmen, obwohl man das womöglich eigentlich gar nicht vorhatte.

Hier sind zwei Vorlagen-Beispiele, die sich einfach für Veranstaltungen aller Art umgestalten lassen:

Poster und Plakate für Musik-Festivals und Konzerte

Deine liebste Band kommt in die Stadt? Solltest du nicht gerade absoluter Social Media-Jünger sein, der all seinen Lieblings-Musikern und -Künstlern regelmäßig online folgt, dann sind Poster und Plakate entlang der Straße oder in Event-Locations wohl dein Haupt-Termin-Lieferant für kommende Konzerte und Festivals.

Festival-Poster lassen dich aber nicht nur wissen, wann welche Band(s) wo spielen, sie sind auch beliebte Sammelobjekte, die an den Wänden so manches Rock-, Pop-, Metal- oder auch Klassikfans enden – oft auch in Serie, also für das immer gleiche Festival über viele Jahre hinweg. Und das ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt, wie kreativ und ästhetisch viele davon gestaltet sind.

Diese zwei modernen Poster-Vorlagen sind ideal für Musikveranstaltungen und Festivals:

Film-Poster

Abgesehen von Trailern, sind Poster das wichtigste Marketing-Tool der Filmbranche: In Kinos, an Litfasssäulen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Wartebereichen – überall sieht man die bebilderten Kurzfassungen der neuesten Blockbuster, die Hype und Vorfreude generieren und die Massen an die Kinokassen locken sollen.

Aber auch lange nachdem ein Film auf der großen Leinwand lief, erfüllen die schicken Plakate ihren Zweck: Einige Filmposter wurden über die Jahre hinweg so ikonisch, dass sie selbst 30, 40 oder sogar 50 Jahre nach Veröffentlichung des Films noch Zimmer von Leuten zieren, die den entsprechenden Streifen selbst womöglich gar nicht in Originalfassung gesehen haben – man denke nur an Jurassic Park, Der Weiße Hai oder Star Wars.

Falls du ein eigenes Filmposter gestalten möchtest, haben wir hier zwei passende Vorlagen für dich:

Poster-Nachdrucke von berühmten Werken

In einer idealen Welt könnten wir alle ein Original von berühmten Künstlern wie Van Gogh, Picasso, Rembrandt oder Da Vinci in unseren vier Wänden hängen haben – da das in der Praxis allerdings eher schwierig möglich ist, ist es umso toller, dass es auch Poster-Nachdrucke vieler bekannter Werke gibt, die für wenige Euro erhältlich sind.

Aber nicht nur die Gemälde der großen Klassiker sind als Poster-Nachdrucke verfügbar, auch Drucke von Werken, die gar nicht transportierbar sind – wie etwa von den Fresken Michelangelos im Vatikan oder von Street Art aus aller Welt.

Poster von Kunstausstellungen werden immer wieder gerne an die Wand gehängt, vor allem wenn ein Kunstwerk prominent darauf dargestellt wird. Hier haben wir dazu eine passende Vorlage:

Dekorative Poster ohne praktischen Nutzen

Künstler müssen nicht erst große Bekanntheit erlangen, um wunderschöne dekorative Poster mit ihren Werken zu versehen. Die Print-, Souvenir und Online-Shops der Welt sind voll mit dekorativen Postern, mit denen du deine Wohnung, deinen Arbeitsplatz oder sogar dein Auto visuell aufpeppen kannst.

Motivierende Poster mit Sprüchen, wie diese beiden Vorlagen hier, liegen absolut im Trend und werden gerne in den vier Wänden oder im Büro als Dekoration verwendet:

Dekorative Poster mit praktischem Nutzen

Als Teenager hatte ich an der Wand neben meinem Bett ein Poster des Sonnensystems, das nicht nur toll aussah, sondern auch mit diversen Fakten zu jedem Planeten ergänzt war und mir zudem die Reihenfolge der Planeten beibrachte. Ich weiß bis heute, wie groß Jupiter ist oder wie viele Monde Saturn hat.

Poster mit praktischem Nutzen gibt es in unendlich vielen Varianten – von Postern wie meinem, das einem mehr über das Sonnensystem oder auch andere Dinge beibringt, über witzig illustrierte U-Bahn-Karten und Stadtpläne, die dir die Routenplanung zuhause erleichtern und gleichzeitig deine Wohnung zieren, bis hin zu kreativen Hinweis-Postern, die daran erinnern, Energie zu sparen oder nach dem Toilettengang alles sauber zu hinterlassen.

Mehr als „nur” Dekoration: Schicke Poster können auch einen Zweck erfüllen, indem sie hilfreiche Informationen beinhalten, so wie diese beiden Vorlagen hier:

Bonus: Wissenschaftliche Plakate

Weder wirklich werbend noch wirklich dekorierend, aber dennoch sehr häufig verwendet, sind wissenschaftliche Plakate, wie man sie vor allem auf Konferenzen oder Symposien findet. Auf ihnen werden die Arbeiten der Wissenschaftler und Forscher zusammengefasst, Methoden besprochen und Ergebnisse präsentiert.

Wissenschaftliche Plakate müssen per Definition individuell ausfallen. Solltest du eines gestalten müssen, aber noch keine Ahnung haben, wo du anfangen sollst, kannst du einfach die eine oder andere Canva Poster-Vorlage heranziehen und sie dann nach und nach mit deinen eigenen Inhalten umgestalten.

Fakten können auch schick und bunt aufbereitet werden, ebenso wie das Event-Poster für die nächste Konferenz. Hier sind zwei Vorlagen dazu:

Was gilt es beim Gestalten von Postern und Plakaten zu beachten?

Nachdem du jetzt weißt, wofür du Poster und Plakate eigentlich nutzen kannst und warum sie wirken bzw. du auch schon einige schöne Beispiele gesehen hast, musst du nur noch wissen, welche Punkte dein Poster oder Plakat nun tatsächlich aus der Masse der Mittelmäßigkeit heraus in die höchsten Höhen guten Designs heben werden. Los geht’s!

1. Größe

Beginnen wir am Anfang: Bevor du mit dem Design deines Posters oder Plakats überhaupt beginnen kannst, solltest du dir überlegen, wie groß es sein soll. Die Fragen, die du dir dabei stellen solltest: Wie groß müssen die Elemente sein, um sie gut sichtbar zu machen (Plakate, die an der Autobahn hängen und aus der Distanz im Vorbeifahren betrachtet werden, müssen beispielsweise um einiges größer sein als Poster, die an einer Pinnwand hängen)? Wo wird das Poster angebracht oder, anders ausgedrückt, wie viel Platz ist dort? Und: Welche Größe macht am meisten Sinn? Immerhin sind größere Drucke auch teurer, weshalb du dich für groß genug, aber nicht größer als notwendig entscheiden solltest.

Poster hierzulande kommen meistens in gewissen Standardformaten, dazu zählen etwa alle DIN-Größen (insbesondere DIN A3, DIN A2 und DIN A1) sowie die Dimensionen 90 x 70 cm und 60 x 40 cm. Ein Druck in diesen Formaten ist meist um einiges kostengünstiger als Sonderformatdrucke.

Die Vorlagen, die du auf Canva findest (wie etwa diese hübsche hier unten), sind im üblichen Format DIN A2 (42 x 59,4 cm), aber du kannst sie ganz nach Belieben in verschiedenen Formaten gestalten: 

2. Visuelle Hierarchie

Hast du dich auf ein bestimmtes Format festgelegt, geht es daran, das Layout zu bestimmen. Der erste Punkt, der hierbei wichtig ist, ist die visuelle Hierarchie: Welche Elemente springen Betrachtern sofort ins Auge, welche folgen, was wird am Ende oder gar erst auf den zweiten, dritten, vierten Blick entdeckt?

Achte darauf, dass die Schlüsselelemente deines Posters immer am auffälligsten, leicht erkennbar bzw. verständlich und schön in Szene gesetzt sind. Als Faustregel gilt dabei: Je größer etwas auf dem Poster oder Plakat dargestellt ist, desto eher fällt es auf. Ein tolles Beispiel hierfür sind etwa Plakate für Musik-Festivals, auf denen die Hauptbands immer am größten präsentiert werden. Weniger wichtige Textteile wie Zusatzinformationen werden hingegen als winzige Fußnoten am Rand angebracht.

Tipp: Ein alternativer Weg, um Elemente hervorzuheben, wäre, sie in besonders kräftigen oder kontrastreichen Farben darzustellen. Beispielsweise könntest du ein einzelnes farbiges Bild auf einem sonst schwarz-weißen Poster anbringen oder ein einzelnes pinkes Element in einem sonstigen Farbenmeer aus kalten Blau-, Grün- und Türkis-Tönen platzieren.

Diese elegante Poster-Vorlage hier bietet eine klare Hierarchie und nutzt zudem noch Farben als Blickfänge:

3. Proportion und Balance

In direktem Zusammenhang mit dem vorherigen Punkt stehen auch die Proportionen deines Posters bzw. Plakats sowie die allgemeine Balance aller Elemente.

Stellst du einzelne Fotos, Illustrationen, Überschriften oder Textpassagen zu groß oder klein dar, können sie das Poster zu sehr dominieren oder aber zwischen den anderen Elementen untergehen. Andererseits wirken Poster auch harmonischer, wenn sie eine gewisse Symmetrie aufweisen – ein besonders großes Element auf einer Seite sollte also idealerweise durch ein ebenfalls größeres Element auf der anderen Seite ausgeglichen werden, wobei die beiden Elemente nicht unbedingt gleicher Natur sein müssen – so könnte etwa rechts ein Bild sein, während du links eine große Überschrift platzierst – genau wie in unserem Vorlagen-Beispiel unten.

Experimentiere hier am besten ein wenig herum und achte auch darauf, nicht allzu viele unterschiedliche Schriftgrößen zu verwenden, sondern dich lieber auf maximal zwei bis drei zu beschränken – das lässt dein Poster oder Plakat professioneller und harmonischer wirken.

Bei dieser Vorlage hier entsteht wie erwähnt eine tolle Balance zwischen dem starken Schriftzug links und der großen Illustration rechts am Poster: 

4. Freie Flächen

Mindestens genauso wichtig wie die Elemente des Posters oder Plakats selbst sind auch die freien Flächen. In der Malerei gilt: Zeichne Schatten, um Licht zu zeigen – und genau so verhält es sich auch hier: Lasse genügend weiße oder Hintergrund-farbene (negative) Flächen, um die eigentlichen Elemente deines Designs erst so richtig ins rechte Licht zu rücken. Außerdem verhinderst du so, dass dein Poster oder Plakat überfüllt und unruhig aussieht.

Diese klare Vorlage lässt viel Freiraum, um die Baum-Illustration so richtig schön in Szene zu setzen:

5. Ausrichtung

Es gibt unzählige Arten von Layouts, die du auf dein Poster anwenden kannst, aber wenn du möchtest, dass das Endprodukt ästhetisch ansprechend wird, dann solltest du zumindest ein gewisses Maß an Ausrichtung mit ins Design bringen.

Kanten von Bildern sollten beispielsweise mit Kanten von Textblöcken oder anderen Bildern übereinstimmen oder mit Regelmäßigkeit bewusst versetzt dazu angebracht werden, sodass bestimmt Formen entstehen. Dein Design muss dabei nicht unbedingt symmetrisch sein; wichtig ist lediglich, dass das fertige Poster oder Plakat harmonisch und durchdacht wirkt und nicht so, als hättest du einfach plan- und ziellos alle möglichen Elemente darauf platziert.

Bei dieser Vorlage wurde gezielt darauf geachtet, dass alle Poster-Elemente passend ausgerichtet sind, um ein stimmiges Design zu schaffen:

6. Farbpalette

Farben erzeugen Gefühle, stehen aber auch für bestimmte Marken, Produkte oder Konzepte – insofern spielen sie auch beim Poster- und Plakat-Design eine essentielle Rolle.

Je nachdem, welchen Eindruck dein Plakat hinterlassen soll, ob du gewisse Emotionen oder Reaktionen erzeugen oder bestimmte Informationen vermitteln möchtest, solltest du auch deine Farben passend auswählen.

Bei der Gestaltung dieser Poster-Vorlage wurden kräftige Farben gewählt, die hervorstechen, aber doch gut harmonieren:

7. Poster- und Plakat-Fonts

Auch die Schriftart, die du verwendest, vermittelt zusätzliche Eindrücke: So wirken Sans-Serifen-Schriften etwa besonders ernst und nüchtern, Serifen-Schriften haben offiziellen, formellen Charakter und Script-Fonts, die Handschriften imitieren, wirken verspielt und leger. Du kannst auch gezielt deine Marken-Schriftarten einsetzen, um das Poster passend zur Marke zu gestalten.

Lege dich für dein Poster auf maximal zwei bis drei Fonts fest und kombiniere besonders auffällige Schriftarten in Überschriften am besten mit eher simplen Fonts für den Haupttext, um das Design nicht zu unruhig wirken zu lassen.

Die Schriftart Yellowtail wird hier bei dieser Vorlage groß ins Scheinwerferlicht gerückt und mit dem klaren Font Sifonn gepaart:

8. Grafische Elemente

Letztendlich sind natürlich auch noch die richtigen grafischen Elemente wichtig, also Fotos, Illustrationen und jegliche sonstige Art von Bildern. Während sich Fotografien dabei besonders für Themen anbieten, die Realismus vermitteln, Vertrauenswürdigkeit schaffen und Dinge ins echte Leben holen sollen, solltest du bei Themen, die oft eher abstrakt dargestellt werden (beispielsweise Tabu-Themen oder surreale Situationen) bzw. bei Postern mit verspieltem Flair lieber Illustrationen nutzen. Auch bei Plakaten, die komplizierte Sachverhalte vereinfacht darstellen sollen, bieten sich Illustrationen an, beispielsweise bei dekorativen Postern mit praktischem Nutzen, wie vorhin schon beschrieben.

Bilder sollten jedenfalls auf keinem Poster oder Plakat fehlen, da sie den Inhalt nicht nur auflockern und oft auf einen Blick zusammenfassen, sondern auch als toller Blickfang dienen, der Aufmerksamkeit auf dein Design lenkt.

Diese Vorlage unterstützt das sommerliche Flair mit Illustrationen von süßen Früchten, Eis und Palmen:

Was macht ein gutes Poster oder Plakat aus? Du!

Jetzt, wo wir dir alles Mögliche über gelungenes Poster- und Plakat-Design erzählt haben, fehlt nur noch eines: Deine eigene Kreativität! Um sofort mit deinem persönlichen Design zu starten, musst du nur auf eine der Vorlagen im Artikel klicken und kannst dieses nach Lust und Laune anpassen, oder du öffnest Canva direkt und entwirfst in wenigen Klicks ein komplett neues Poster bzw. Plakat. Viel Spaß beim Experimentieren!

Deine Geheimwaffe für beeindruckende Designs