Gestaltungsprinzipien: So erreichst du einfach tolles Design

Gestaltungsprinzipien im Design: Hand mit Bleistift vor leerem Blatt

Worauf muss man beim Gestalten als Designer achten? Hier erfährst du, an welche Regeln sich Grafiker beim Gestalten von Inhalten orientieren. Egal ob Anfänger oder Profi, diese sechs Gestaltungsprinzipien kannst du immer problemlos anwenden.

Du hattest schon immer den Wunsch, deine künstlerischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, aber dir fehlt die nötige Hilfestellung? Gleichzeitig fragst du dich auch, ob du einfach deiner Kreativität freien Lauf lassen solltest? Schließlich wird Kreativität gerne mit grenzenloser Freiheit verbunden und da passen Regeln und Theorien nun gar nicht dazu. So oder so, egal ob digital oder Papier, eine blanke Leinwand kann schnell überwältigend und überfordernd sein. Wo soll man bloß anfangen? Hier sind sechs Design-Grundprinzipien, die dir beim Gestalten von Grafiken und Websites helfen können, ohne dass du Kompromisse in deiner Kreativität eingehen musst.

Gestaltungsprinzip #1: Wähle das passende Layout & Format

Bevor du dich auf Farben oder Bilder stürzt, stelle dir die Frage, was du gestalten möchtest? Das richtige Format auszuwählen, wirkt sich nämlich auf das gesamte Mock-up und Design aus. Erstellst du etwa eine Reihe von Beiträgen und Stories, die du auf Instagram veröffentlichen möchtest, dann solltest du ein Format wählen, das für Handy-Bildschirme optimiert ist. Willst du allerdings ein paar Folien für eine Präsentation gestalten, solltest du darauf achten, welche Seitenverhältnisse wichtig sind. Auf den sozialen Medien gibt es viele verschiedene Formate und Bildgrößen, die unterschiedlichen Zwecken dienen – ganz grundsätzlich kannst du aber mit einem Quadratformat für deine Posts nicht viel falsch machen.

Das richtige Format und Layout vorher zu kennen, hilft ungemein im Gestaltungsprozess, denn nach der Auswahl des Formates lassen sich andere Entscheidungen leichter treffen. Zum Beispiel kannst du bei einem eher länglichen Hochformat weite Formen, wie horizontale Rechtecke, nur schwierig einbauen und somit fallen diese als Option oft automatisch raus. Dasselbe gilt auch für Fotos, Screenshots oder Videos, die vielleicht zu klein oder zu groß ausfallen und du sie nun bedenkenlos ausschließen kannst. Online findest du viele ausführliche Informationen zu den passenden Seitenverhältnissen oder gar Schablonen, damit du dich auf die Gestaltung konzentrieren kannst.

Dieses Facebook-Cover hier hat bereits das richtige Seitenverhältnis. Hier kannst du direkt mit der Gestaltung fortfahren und sparst dir so den Schritt, das Cover auf die passende Größe zurechtschneiden zu müssen:

Gestaltungsprinzip #2: Wie viele Farben im Design einsetzen?

Kreativität kennt keine Grenzen, aber bei der Auswahl der Farben musst du nicht zwangsläufig den ganzen Farbkreis benutzen. Natürlich kommt es immer ganz und gar auf das jeweilige Design an, aber in der Regel liegt man mit vier bis fünf Farben genau richtig. Sogar ein bunter Paradiesvogel oder Pfau kommt mit nur vier oder fünf dominierenden Farben aus.

Du fragst dich, wie du dich am besten für eine Farbpalette entscheidest? Auch hier gibt es zahlreiche inspirierende Websites und sogar viele Designer stellen oft und gerne ihre beliebtesten Farbkombinationen zur Verfügung. Fange doch gleich hier an und lass dich von diesen Farbpaletten inspirieren.

Sobald du dich entschieden hast, ist es ratsam, jeder Farbe eine eigene Rolle oder Aufgabe zu geben. Stell dir einfach die Frage, welche dieser Farben die Hauptrolle in deinem Design spielen soll und wo oder wofür du die anderen Farben einsetzen möchtest. Knallige Farbtöne wie Neongelb oder Signalfarben wie Rot eignen sich zum Beispiel optimal, um Akzente zu setzen. Grau und abgeschwächte Pastelltöne kannst du eher als Hintergründe verwenden. Schwarz und Weiß sind in jedem Design eine sichere Wahl und lassen sich mit allen Farben gut kombinieren.

Selbst Grafiken über komplizierte Themen und mit zahlreichen Informationen kommen in der Regel mit vier oder fünf Farben aus, ohne das Auge zu überlasten. Diese länglich geschnittenen Infografiken sind gute Beispiele des Prinzips.

Gestaltungsprinzip #3: Kontrast & Harmonie in der Gestaltung

Das Thema Farbe – und welche Farbkombinationen zusammenpassen –, ist eines der kniffligsten für Anfänger und bedarf deswegen etwas mehr Erklärung. Um beim Gestalten voranzukommen, kannst du dir folgende Frage stellen: Möchtest du mit deinem Design Aufmerksamkeit erzeugen (Kontrast) oder soll es beim Betrachter für Wohlbefinden (Harmonie) sorgen?

Die Grundregeln, um Kontrast im Design zu erzeugen

Ein Beispiel: Du möchtest auf ein Sonderangebot in deinem Geschäft aufmerksam machen und brauchst dazu ein Design, das möglichst viele Blicke auf sich zieht. In diesem Fall solltest du zu Farbkombinationen greifen, die im Auge des Betrachters Spannung erzeugen. Berücksichtigt man die Grundregeln der Farbenlehre, so sind die Komplementärfarben dazu bestens geeignet, denn diese setzen sich stark voneinander ab. Im Farbkreis sind dies die Farben, die genau 180 Grad gegenüber der jeweiligen Farbe liegen. Die Komplementärfarben der Primärfarben sind daher folgende:

Grün: Komplementärfarbe von Rot

Orange: Komplementärfarbe von Blau

Violett: Komplementärfarbe von Gelb

Du wirst jedoch schnell feststellen, dass diese Farbkombinationen zwar Kontrast erzeugen, fürs Auge aber etwas aggressiv sein können. Eine äußerst beliebte Variante, um geschmackvollen Kontrast herzustellen, ist, eine der Farben in ihrer Sättigung abzuschwächen oder zu verstärken. Eine Pastellton-Variante zusammen mit einem gesättigten Farbton ist für das Auge kontrastreich genug, ohne es zu überfordern.

Eine weitere einfache Variante wäre, eine der zwei Farben mit Schwarz oder Weiß zu ersetzen. Schwarz und Weiß lassen sich ganz einfach mit allen Farbtönen kombinieren. Farbkombinationen wie Schwarz auf Gelb oder Weiß auf Rot bzw. Blau sind in der Farbenlehre sehr bekannt und werden häufig eingesetzt, um Angebote, wie Preissenkungen oder neue Produkte, zu bewerben.

Ein Paradebeispiel für die dezente, jedoch effiziente Anwendung und Erzeugung von Kontrast ist diese YouTube Thumbnail-Vorlage hier. Die gelbe Schrift setzt sich gut vom schwarz-grauen Hintergrund ab:

Auch im Straßenverkehr sind dir wohl schon bei Verkehrsschildern diese Farbkombinationen aufgefallen. Dieses Grundprinzip des Designs stammt vom weltbekanntesten Designer schlechthin: Mutter Natur. Fliegenpilze, Wespen und Feuersalamander präsentieren sich in diesen Farbkombinationen, um ihrem Betrachter zu vermitteln, dass dieser sich vor ihnen in Acht nehmen sollte. Mit anderen Worten, diese Farbkombinationen sind tief in unserem Unterbewusstsein bereits als Signalfarben bekannt.

Wenn der Kontrast bereits im Foto vorhanden ist, wie hier dank der knalligen Orangen auf dem türkisen Hintergrund, dann übernimm die Farben einfach direkt in die Grafik.

Die Grundregeln, um Harmonie im Design zu erzeugen

Du möchtest eine Präsentation erstellen, die farblich zu deinem Geschäft passt und den Charakter widerspiegelt? In dem Fall bist du auf der Suche nach harmonischen Farben, die deine Produkte farblich unterstützen und in Szene setzen, ohne diesen die komplette Show zu stehlen.

Zuerst brauchst du dabei einen Anhaltspunkt, also eine Grundfarbe. Dein Anhaltspunkt kann alles Mögliche sein: ein Logo, ein Produkt, ein Foto oder selbst ein ganzes Thema. Schau dir ganz genau an, welche Farben bereits vorhanden sind. Ist dein Anhaltspunkt ein Logo mit mehreren Farben?

Benutze Tools wie unseren Farbscanner, der dir automatisch die im Foto häufig vorkommenden Farben anzeigt. Anhand dieser Farben kannst du dich nun orientieren und möglichst ähnliche Farben hinzufügen. Sind diese Farben eher warm, wie Orange, Gelb oder Braun, so ist es ratsam weitere warme Farben, wie Weinrot, Beige oder Cognac zu wählen, die zwischen diesen Farbtönen liegen. Hat dein Anhaltspunkt eher kalte Farben, wie Blau und Grün, so empfiehlt es sich mit weiteren kälteren Farbtönen, wie Cyan, Indigo oder Chartreuse Harmonie zu erschaffen.

Dieser Lebenslauf hier setzt dieses Prinzip hervorragend um: Die Farbauswahl unterteilt die verschiedenen Bereiche deutlich, ohne jedoch die allgemeine Balance und Harmonie zu stören.

Gestaltungsprinzip #4: Symmetrie & Proportionen

Jedes Mal, wenn du ein tolles Design siehst, fragst du dich vielleicht, wie Designer es schaffen, alle Formen wie durch Magie gut aufeinander abzustimmen? Die Antwort lautet: Symmetrie erzeugen und Proportionen bestimmen! Fragt sich nun also nur noch, wie du dies bei deinem Design anwendest.

Zum Glück gibt es bei Gestaltungsprogrammen wie Canva intuitive Werkzeuge, die dir dabei helfen können. Mache dich zudem auch mit Formeln wie dem goldenen Schnitt vertraut. Die Kunst von professionellem Design liegt nicht darin, eine gerade Linie oder Form freihändig zeichnen zu können. Ganz im Gegenteil, sie liegt darin, zu wissen wie man smart gestaltet und zeitaufwendige Aufgaben den Tools überlässt.

Du könntest zwar theoretisch Gras mit der Hand ausrupfen, mit dem Rasenmäher geht es aber viel schneller und systematischer. Wende daher beim Designen Hilfslinien – sogenannten Smart-Guides – und Lineale an, denn diese sorgen dafür, dass jede Form in deinem Design genau abgemessen ist und ihren Platz hat. Erfahrene Grafiker nutzen auch Befehle wie „Zentrieren” oder „Links bzw. Rechts anordnen”, um Elemente im Design zu arrangieren und zu ordnen.

In diesem Poster kommt der Einsatz von Symmetrie deutlich zur Geltung. Sie bringt das ganze Design ins Gleichgewicht und unterstützt damit passend die Symbolik und Aussagekraft.

Gestaltungsprinzip #5: Wiederholung im Design

Die Wiederholung von verschiedenen Elementen in deinem Design ist äußerst wichtig, denn so erzeugst du Wiedererkennung und Vertrautheit beim Betrachter. Achte mal genauer in deiner Umgebung darauf, wie oft ein grafisches Element in der Gestaltung wiederverwendet wird.

Die Wiederholung einer Form, Farbe oder Eigenschaft im Design erzeugt im Auge des Betrachters auch Harmonie. Aufgrund der ähnlichen oder gleichen Form, Farbe oder Eigenschaft kann schnell wahrgenommen werden, um welche Art von Muster es sich in dem Design handelt. Mit anderen Worten, der Betrachter versteht das Design und kann nachvollziehen, was in der Gestaltung dominiert. Ein Design mit ständig ändernden Eigenschaften würde auf Dauer überfordern, da Betrachter es kontinuierlich neu verstehen müssten. Stell dir vor, du müsstest einen Text lesen, in dem jeder Buchstabe einzigartig ist, anstatt sich zu wiederholen – du würdest sehr schnell ermüden.

Diese zwei Flyer wenden das Prinzip der Wiederholung geschickt an. Bei einem Beispiel wird lediglich die Farbe und Ausrichtung der Dreiecke geändert, beim anderen Beispiel wiederholen sich die Kreise, jedoch mit verschiedenen Inhalten.

Die Wiederholung von Formen und Farben ist eines der ältesten Gestaltungsprinzipien – so sieht man diese angewandt in weltbekannten Mustern. Der Mäander oder der Hahnentritt wären etwa zwei solcher Muster-Beispiele. Auch Mutter Natur verwendet dieses Gestaltungsprinzip par exellence. Sieh dir einfach mal Baumrinden oder Blütenblätter genauer an und schon erkennst du, wie Wiederholung Muster schafft.

Fragt sich nun, wie du das in deinem Design am besten anwendest? Benutze etwa dieselbe Form – zum Beispiel einen geometrischen Körper – mehr als einmal, aber vielleicht in verschiedenen Farben. Genau anders herum geht es auch: Benutze dieselbe Farbe, aber vielleicht mit verschiedenen Formen.

Gestaltungsprinzip #6: Abstände beachten & Weißraum lassen

Bei den meisten Design-Grundregeln geht es vorwiegend darum, „was” ins Design gehört und wo dieses platziert wird. Beim Weißraum beschäftigt man sich hingegen eher mit der Frage, wo man nichts hinzufügen sollte. Im Deutschen tritt der Begriff Weißraum oft in der Typographie auf, aber vielleicht hast du online oder von erfahrenen Designern bereits öfters den englischen Begriff „white Space” oder auch „negative Space” gesehen oder gehört. Damit sind die Freiräume und Abstände in einem Design gemeint. Diese spielen nie die Hauptrolle, sondern eher eine unterstützende Nebenrolle, indem sie die Hauptform deiner Gestaltung umgeben und ihr damit mehr Ausdruck verleihen.

Weißräume werden oft bei Design-Anfängern als Gestaltungselement übersehen – sie neigen eher dazu, ihre Designs zu überladen, da sie denken, dass Weißräume befüllt werden müssen. Es gilt allerdings: Weniger Form und Farbe ist manchmal mehr! Du wirst schnell merken, dass es meist keine leichte Aufgabe ist, zu wissen, wann und wo man Weißraum lassen sollte, weswegen der Einsatz jener auch bei erfahrenen Designern sehr geschätzter ist. Leerräume und Abstände in deinem Design können hilfreichen Kontrast erzeugen, denn sie helfen dem Betrachter, deine Gestaltung zu verstehen.

In diesem Poster wird deutlich, dass genügend Freiraum zwischen dem Titel und der eigentlichen Grafik besteht. Beide profitieren von dem vorhandenen Weißraum und gewinnen an Kontrast.

Dank der Weißräume kannst du dem Betrachter genauer vermitteln, welche Bedeutung jeder Teil deines Designs hat. Am besten lässt sich das Grundprinzip anhand von dir bekannten Beispielen erklären. Lässt du einen Satz in der Mitte eines Blattes ganz alleine stehen und beginnst erst auf der nächsten Seite mit einem Absatz, so weiß der Betrachter, dass es sich bei dem Satz wahrscheinlich um einen Titel handelt. Dieses Prinzip lässt sich auch auf Formen und Farben übertragen.

Egal, ob du dich nun an alle Prinzipien des Gestaltens hältst oder nicht, den Anfang kannst du allemal machen. Canva kann dir dabei helfen, dich Schritt für Schritt an dein Design heranzutasten – ob mit oder ohne Vorlage –, denn die Gestaltungsprinzipien sind alle integriert in nützlichen Tools. Viel Erfolg!

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