So erstellst du deinen Lebenslauf auf Englisch

Andere Länder, andere Sitten – wir verraten dir, was du bei einer Bewerbung auf Englisch beachten solltest und wie du deinen CV am besten gestaltest.

Lebenslauf ist nicht gleich Lebenslauf und jeder Kulturraum hat seine ganz eigenen Regeln, was im Curriculum Vitae (CV), wie man den Lebenslauf in Großbritannien nennt, oder im Résumé, wie man im Amerikanischen gängigerweise sagt, so alles stehen sollte.

Egal also, ob du dich für einen Job in New York bewirbst oder innerhalb Deutschlands eine Bewerbung auf Englisch vorbereitest, unser Artikel verrät dir, welche Elemente in deinem englischen Lebenslauf unbedingt vorhanden sein sollten, worauf du lieber verzichten solltest, und was es sonst noch alles zu beachten gilt. Zudem haben wir kreative und professionelle Lebenslauf-Vorlagen für dich, die du sofort für deinen beruflichen Werdegang umgestalten kannst.

Kontaktdaten und persönliche Infos

Im deutschsprachigen Raum bestehen die Kontaktdaten und persönlichen Informationen eines Lebenslaufs meist aus deiner gesamten Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und deinem Geburtsdatum. Leute, die schon lange Lebensläufe schreiben, inkludieren teilweise auch noch ihren Beziehungsstatus sowie ihre religiöse Zugehörigkeit.

Während die letzten beiden Punkt heutzutage auch in deutschen Lebensläufen nicht mehr eingefügt werden sollten, sind die anderen Elemente hier durchaus üblich und gewünscht – im englischsprachigen Raum sieht die Sache aber etwas anders aus: Deine Adresse solltest du auf die Stadt, in der du wohnst, kürzen, während du dein Geburtsdatum am besten völlig weglässt. Dein Alter ist weniger relevant als deine Ausbildung und Berufserfahrung.

Bonus-Tipp: Falls du dich im Ausland oder gar Übersee bewirbst, füge deiner Telefonnummer unbedingt die Ländervorwahl hinzu. Zudem kann es hilfreich sein, anzugeben, dass du auch via Zoom, Google Hangout, Skype oder sonstige Videokonferenz-Dienste erreichbar bist, da erste Gespräche möglicherweise so stattfinden.

Die Kontaktdaten können am Anfang des Lebenslaufs stehen oder auch am Ende wie bei dieser Vorlage hier:

Dein Foto

In vielen Ländern der Welt, Deutschland, Österreich und die Schweiz inklusive, ist es nicht unüblich, dem Lebenslauf ein Foto beizufügen. Das ist in vielen englischsprachigen Ländern allerdings ganz anders und kann möglicherweise sogar hinderlich für den Erfolg deiner Bewerbung sein.

Sofern nicht ausdrücklich gewünscht, solltest du diesen Headshot bei deinem englischen Lebenslauf also unbedingt weglassen – weder in Großbritannien noch in den USA gehören Fotos zu den gängigen Elementen eines CVs. Im Gegenteil, es könnte sogar sehr komisch wirken, hier ein Bild von dir mitzuschicken, und dich möglicherweise sofort um die Chance bringen, eine Runde weiterzukommen.

Auch ohne Foto machen sich Lebensläufe äußerst schick, wie diese Vorlage hier zeigt:

Dein Profil

In unseren Breitengraden ist es eher unüblich, dem Lebenslauf ein ausformuliertes Profil beizufügen; wenn, dann findet man dieses eher im Bewerbungsschreiben. Im englischsprachigen Raum sollte ein Profil jedoch nicht fehlen. Formuliere am besten in ein paar kurzen Sätzen oder Phrasen, wer du bist, was du dem Unternehmen, bei dem du dich bewirbst, bieten kannst, und welche Karriereziele du (im Rahmen der Position bzw. im entsprechenden Unternehmen) verfolgst. Das Profil sollte maximal einen Absatz umfassen, kompakt formuliert werden und nur relevante Infos beinhalten.

Je nachdem, für welche Stelle du dich bewirbst, reicht es manchmal auch, bloß gewisse Aspekte deines Profils anzusprechen. Diese Lebenslauf-Vorlage macht es vor:

Deine Erfahrungen

Wenn es darum geht, deine Ausbildung und bisherigen beruflichen Erfahrungen in den Lebenslauf einzufügen, gibt es auch in deutschen Lebensläufen jede Menge Möglichkeiten und bloß Richtlinien statt tatsächlicher Regeln. Eine solche Richtlinie, die bei englischen Lebensläufen beachtet werden sollte, ist jene, dass deine jüngsten Weiterbildungen und Erfahrungen ganz oben stehen und alle weiteren dann chronologisch absteigend bis zu den ältesten Einträgen gereiht werden sollten.

Da deine letzten Jobs höchstwahrscheinlich relevanter für deine aktuelle Bewerbung sind als deine allerersten Anstellungen, macht es Sinn, Rekrutierer nicht erst durch eine ganze Liste an weniger wichtigen Punkten lesen zu lassen.

Zudem ist es wichtig hier zu beachten, dass Berufserfahrungen gerne in Listenformaten pro Job angegeben werden und oft Verben zur Beschreibung der Tätigkeiten verwendet werden, wie etwa “Wrote”, “Directed”, “Managed”, “Designed”, “Created”,...

In dieser Vorlage hier sind alle Elemente chronologisch richtig angeordnet und die Berufserfahrung wurde aktiv beschrieben:

Keep it relevant

Wo wir gerade bei deinen Erfahrungen sind: Ein wertvoller Tipp, der nicht nur für englischsprachige Lebensläufe gilt, ist, nicht jede einzelne Stelle und jede einzelne berufsrelevante Erfahrung, die du bisher gemacht hast, in deinem Lebenslauf anzuführen, sondern stattdessen nur jene Punkte aufzuzählen, die auch tatsächlich interessant für deine aktuelle Bewerbung sind.

Du kannst auch ein zeitliches Limit setzen, falls du schon viel Berufserfahrung gesammelt hast und musst nicht unbedingt jedes Praktikum von vor 15 Jahren angeben, auch wenn es vielleicht zum Job passt. Falls es sich aber spannend liest oder einen besonderen Bezug zur aktuellen Stelle hat, kannst du es natürlich hinzufügen.

Je weniger irrelevantes Beiwerk in deinem CV zu finden ist, desto spannender liest er sich und desto besser kommen deine relevanten Erfahrungen zur Geltung.

Hier ist ein tolles Beispiel für eine Lebenslauf-Vorlage, die sich nur auf das Wesentliche konzentriert:

Hobbies, Interessen und persönliche Projekte

Neben deiner Ausbildung und deiner Berufserfahrung sind – sowohl in deutschen wie auch englischen Lebensläufen – auch deine Hobbies, Interessen und persönliche Projekte abseits des Berufes für Rekrutierer interessant, da du Soft Skills wie Teamfähigkeit, soziale Kompetenz oder regelmäßiges Engagement auch über diese Lernen kannst.

Jemand, der beispielsweise seit Jahren Teil eines Laien-Theaterensembles ist, wird gut mit anderen zusammenarbeiten können, hat Erfahrung darin, vor Publikum zu sprechen, und zeigt, dass er langfristig bei einer Sache bleiben kann. Jemand, der regelmäßig Yoga-Stunden besucht, vermittelt hingegen den Eindruck von Selbstkontrolle und impliziert die Fähigkeit, auch bei Stress einen kühlen Kopf zu bewahren.

Gerade in den USA wird die Teilnahme an extrakurrikularen Aktivitäten zudem mit besonders großem Einsatz verbunden. Stelle also sicher, in jedem englischen CV zumindest eine Handvoll relevanter Hobbies und Freizeittätigkeiten aufzulisten. Dasselbe gilt auch für ehrenamtliche Tätigkeiten, die du ausübst, oder spezielle Auszeichnungen, die du möglicherweise erreicht hast (wie etwa gewonnene Kreativwettbewerbe, sportliche herausragende Leistungen, etc.).

Diese Lebenslauf-Vorlage zeigt, wie du neben dem Text auch Icons und sonstige grafische Elemente für dich sprechen lassen kannst:

Länge des Lebenslaufs

Wer im deutschsprachigen Raum einen Lebenslauf abschickt, sollte versuchen, alles auf einer einzigen Seite (maximal auf zwei Seiten) unterzubringen. Auch das ist nicht in allen Ländern so. Während es in Großbritannien ebenfalls üblich ist, ein- bis zweiseitige CVs zu schreiben, darf ein durchschnittlicher Lebenslauf in den USA und Australien möglicherweise etwas länger sein.

In allen drei Regionen gilt jedoch, dass der Inhalt wichtiger ist als die Seitenzahl. Wenn du viel (Relevantes) unterzubringen hast, dann kann dein Lebenslauf ohne Weiteres auch eine zusätzliche Seite haben. Wichtig ist aber zu beachten, dass deine zweite (oder gar dritte) Seite nur gelesen wird, falls deine erste Seite wirklich überzeugend ist.

Wenn du besonders viel Info unterbringen möchtest, kannst du dir auch mit einer smarten Gliederung helfen – wie in dieser Vorlage hier:

Formatierung

Abgesehen von der chronologischen Reihenfolge deiner Erfahrungen gelten bei englischen Lebensläufen die grundsätzlich gleichen Regeln wie auch bei deutschen – was so viel bedeutet wie: Alles ist erlaubt, solange es seinen Zweck erfüllt.

Wichtig ist, dass dein CV klar strukturiert ist und alle wichtigen Elemente vorhanden sind. Ansonsten kannst du dich je nach Branche kreativ austoben. Im Design-Bereich werden bunte und außergewöhnliche Lebensläufe beispielsweise eher gut ankommen bzw. möglicherweise sogar erwartet, als im Finanzsektor, aber auch hier kannst du clevere Formatierung und smartes Design einsetzen, um aus der Masse hervorzustechen.

Hier ist eine super schicke Vorlage, die du sowohl für deinen deutschen wie auch deinen englischen Lebenslauf nutzen kannst:

Endkorrektur vom Sprachexperten

Sofern du nicht zweisprachig und in Englisch genauso kompetent wie in Deutsch bist, empfiehlt es sich, deinen fertigen CV zum Abschluss noch von einem Muttersprachler oder zumindest jemandem, der auf Muttersprachler-Niveau ist, gegenlesen zu lassen, um Rechtschreibungs- und Grammatikfehler weitestgehend zu vermeiden.

Wenn du niemanden in deinem Bekanntenkreis hast, der dies übernehmen könnte, schau dich am besten in Facebook-Gruppen von Anglistik-Instituten an Unis um oder stelle eine Anfrage bei einem Übersetzungsinstitut.

Und hier ist noch eine weitere gut strukturierte Lebenslauf-Vorlage für dich:

Andere Länder, andere Regeln

So, nun haben wir hier die gängigsten Unterschiede zwischen einem klassisch deutschen und klassisch englischen CV kurz erläutert. Bevor du dich jetzt aber an deinen englischen Lebenslauf setzt bzw. diesen abschickst, recherchiere kurz die Gepflogenheiten des Landes, in dem du dich bewirbst. Da es selbst zwischen Großbritannien und den USA klare Unterschiede gibt und jedes Land seine eigenen kulturellen Eigenheiten hat, wenn es um das ideale Lebenslauf-Design geht, ist es wichtig, zuerst einmal zu verstehen, worauf es genau ankommt.

Bonus-Tipp: Benutze das richtige Englisch: Falls du dich in Großbritannien bewirbst, verwende unbedingt die britische Rechtschreibung, für die USA, die amerikanische Schreibweise. Auch Kanada, Australien und zahlreiche weitere englischsprachige Länder haben eigene Schreibweisen, sind allerdings meist beide Schreibweisen gewöhnt.

Alle Fragen beantwortet? Dann kannst du jetzt direkt damit loslegen, deinen eigenen englischen Lebenslauf zu schreiben. Auf Canva findest du noch zahlreiche weitere Lebenslauf-Vorlagen, die du dafür nutzen kannst. Einige davon, wie auch ein paar in unserer Liste oben, sind mit kostenpflichtigen Design-Elementen (wie etwa Fotos oder Muster) ausgeschmückt, du kannst sie aber ganz einfach umgestalten. Viel Spaß und Good Luck!

Deine Geheimwaffe für beeindruckende Designs