10 Tipps fürs Fotografieren während der blauen Stunde

Foto von Bergen und Wäldern zur blauen Stunde]

Möchtest du besonders stimmungsvolle Fotos zur blauen Stunde machen? Dann haben wir hier ein paar hilfreiche Tipps für dich.

Kräftiges Blau, sanfte Kontraste und viele Möglichkeiten für Lichtspiele – die blaue Stunde hat einen ganz besonderen Reiz, wenn es ums Fotografieren geht. Aber was ist eigentlich die „blaue Stunde“? Warum ist sie bei Fotografen so beliebt? Und wie schießt man am besten richtig gute Fotos zu der Tageszeit? Das alles und mehr verraten wir dir in den folgenden Tipps.

01. Wann beginnt die blaue Stunde eigentlich?

Die Zeit zwischen Sonnenuntergang und völliger Dunkelheit bzw. die Zeit vor Sonnenaufgang wird dank ihrer kräftigen blauen Färbung gerne und ein wenig poetisch als die „blaue Stunde“ bezeichnet. Ihr Name ist leider etwas irreführend, denn es handelt sich nicht um eine volle Stunde, sondern je nach Ort, Jahreszeit und Wetterlage eher um 20-50 Minuten. Nur in der Nähe des Süd- oder Nordpols kann die blaue Stunde schon mal mehrere Stunden oder gar Tage andauern. Daher gilt: Je näher du beim Äquator bist, desto kürzer die blaue Stunde.

Bild von Jacub Gomez via Canva Photos

Bevor du also mit dem Fotografieren loslegen kannst, musst du zuerst herausfinden, wann die blaue Stunde, dort wo du dich gerade befindest, über die Bühne geht. Eine empfohlene grobe Richtlinie ist jene Zeit, in der die Sonne sich 4-8 Grad unter dem Horizont befindet – also etwas nach Sonnenuntergang bzw. vor Sonnenaufgang. Verwende also am besten ein Online-Tool (wie das von timeanddate oder den Blaue Stunden Rechner) bzw. eine App, mit der du die Zeit für den jeweiligen Stand der Sonne ablesen kannst. So weißt du in etwa, wann die blaue Stunde in deiner Nähe beginnt.

02. Wähle ein passendes Motiv

Grundsätzlich gilt: Zur blauen Stunde werden viele Motive sehr schön auf deinen Fotos rüberkommen, einfach dank der weichen Farben und der spannenden Stimmung am Himmel. Allerdings ist die Auswahl eines passenden Motivs ein sehr hilfreicher Trick, um besonders einzigartige Fotos zu der stimmungsvollen Tages- bzw. Nachtzeit zu schießen.

Bild von Hendra Su via Canva Photos

Was eignet sich also besonders gut für Aufnahmen zur blauen Stunde? Skylines, urbane Landschaften und beleuchtete Gebäude oder Bauwerke sind ideale Motive, da sie als Lichtquelle dienen und einen schönen Kontrast zum dunklen Hintergrund darstellen. Auch Gewässer können sich super für Aufnahmen zur blauen Stunde machen, vor allem wenn sich noch der letzte Rest des Sonnenlichts ein wenig darin spiegelt oder der Mond zu sehen ist. Ein Pluspunkt ist hier auch, dass du relativ einfach vom Ufer oder Strand aus Fotos schießen kannst. Aber selbst eine dramatische Bergkulisse kommt sehr schön zur Geltung zur blauen Stunde, vor allem falls du schöne Lichtquellen wie Bergdörfer zur Verfügung hast. Du siehst also, du hast viele Möglichkeiten, die einzigartige Stimmung einzufangen – künstliche Lichtquellen wie Häuserbeleuchtungen, Lampen oder Straßenverkehr sind aber in jedem Fall dein Freund.

03. Behalte die Wettervorhersage im Auge

Um die volle Pracht der blauen Stunde aufnehmen zu können, ist ein klarer Himmel ideal. Vereinzelte Wolken sind kein Problem und können sogar als dramatische Hingucker fungieren. Dicke Wolkendecken oder gar Regen sind hingegen nicht unbedingt hilfreich, können aber unter Umständen ganz mystische Stimmungen einfangen – allerdings ist das etwas Glückssache und du solltest damit rechnen, dass du nur ganz wenig natürliches Licht und nur sehr kurze Zeit dafür hast, um die blaue Stunde einzufangen.

Bild von RudyBalasko via Canva Photos

Je flexibler du bist, desto besser, so kannst du einfach den Wetterbericht im Auge behalten und dich dann dementsprechend für einen passenden Abend oder Morgen vorbereiten. Präzise Wetter-Apps können dir sogar unterwegs die aktuelle Wetterlage für deine Fotolocation voraussagen, sodass du dich spontan auch woanders hin aufmachen könntest, wo möglicherweise bessere Wetterverhältnisse herrschen.

04. Bereite dich gut auf das Shooting vor

Da sich die Lichtverhältnisse zur blauen Stunde sehr schnell ändern und es rasch dunkel wird, hast du nur wenig Zeit, um die schöne blaue Färbung auf deine Fotos zu bringen. Daher ist es wichtig, dass du dich sehr gut vorbereitest und alles sofort zur Hand hast, was du brauchst. Überleg dir also, was genau du aufnehmen möchtest und wenn möglich, besuche den Ort schon tagsüber oder komme zumindest sehr früh an, um dir ein paar Stellen zu suchen, von denen aus du später dein Motiv spannend in Szene setzen kannst.

Bild von MongkolChuewong via Canva Photos

Stelle auch schon zu Hause deine Kamera entsprechend ein und packe deine Fototasche mit allem, was du zur Bildgestaltung brauchst. Vergiss auch nicht auf Proviant, falls du länger unterwegs bist und packe aufgeladene Akkus mit ein, damit deiner Kamera nicht mitten in der Fotosession der Saft ausgeht. Mach dich dann früh genug auf den Weg, sodass du rechtzeitig vor Ort bist – am besten schon eine gute Weile vor Sonnenuntergang bzw. noch in der Dunkelheit am Morgen. So hast du Zeit, alles in Ruhe aufzubauen, einzustellen und ein paar Probeschüsse zu tätigen, bevor die Morgen- oder Abendstimmung das kräftige blaue Licht hervorbringt.

Bonus-Tipp: Da du ohnehin früh genug dort sein solltest, kannst du auch gleich Sonnenuntergangs- bzw. Sonnenaufgangs-Schnappschüsse machen. Falls du eine zweite Kamera hast, verwende diese dafür, damit du deine Hauptkamera in Ruhe für die blaue Stunde einsetzen kannst.

05. Bring unbedingt ein Stativ und einen Fernauslöser

Für schöne Morgen- und Nachtaufnahmen kommst du um ein Stativ eigentlich nicht herum. Falls du also zur blauen Stunde – vor allem wenn das tiefe Blau rauskommt – scharfe Aufnahmen machen möchtest, dann solltest du dir ein Stativ mitnehmen. Stative findet man schon sehr günstig ab etwa 15 Euro, allerdings solltest du beim Kauf darauf achten, dass es auch stabil genug ist, um deine Kamera gut zu sichern und ruhig zu halten. Grundsätzlich kann man Carbon-Stative jenen aus Aluminium vorziehen, allerdings sind sie auch um einiges teurer. Bedenke beim Kauf auch, dass du das Stativ möglicherweise längere Zeit tragen musst, daher spielt das Gewicht ebenfalls eine Rolle.

Bild von info79577 via Canva Photos

Ein weiteres sehr hilfreiches Utensil ist ein Fernauslöser. Wer schon mal Nachtaufnahmen mit einem Stativ aufgenommen hat, wird gemerkt haben, dass das Drücken des Auslösers möglicherweise die Kamera zu stark wackeln lässt und dadurch unscharfe Bilder entstehen. Mithilfe eines Fernauslösers, der an der Kamera installiert wird oder per Funk den Auslöser betätigt, passiert das nicht mehr. Zudem brauchst du nicht ständig die Hand an der Kamera halten. Als Alternative zum Fernauslöser kannst du auch den Selbstauslöser einsetzen, sodass mehrere Sekunden zwischen dem Drücken des Knopfes und des tatsächlichen Auslösens liegen. Der Nachteil dabei ist allerdings, dass sich bewegende Motive wie Autos oder Tiere nicht sofort im Moment einfangen lassen.

06. Mache ein paar Probeschüsse und hab alles zur Hand

Wie wir im nächsten Paragraph kurz erklären, musst du mit deinen Kameraeinstellungen während der blauen Stunde etwas flexibel bleiben, um bei den sich verändernden Lichtverhältnissen immer die gewünschten Fotos zu schießen. Daher gilt: Alles, was du vorher schon erledigen bzw. testen kannst, solltest du vor Sonnenuntergang ausprobieren. Mach etwa von verschiedenen Standorten aus von deinem Motiv Probeaufnahmen und überleg dir, welcher zur blauen Stunde am idealsten sein könnte. Schreib dir zudem auch gleich ein paar Einstellungen auf, die du später ausprobieren möchtest, damit du im Moment rasch reagieren kannst.

Bild von PalleC via Canva Photos

Abgesehen von den Probeschüssen, kannst du auch alles aufbauen, was du an Equipment mitgebracht hast, damit du zur blauen Stunde nicht unnötig herumbasteln musst. Stell also dein Stativ auf und hab alles zur Hand, was du sonst noch mitgebracht hast, um deine gewünschten Fotos zu schießen. Und dann heißt es abwarten, denn die blaue Stunde fängt nicht unbedingt direkt nach Sonnenuntergang an, also musst du ein wenig Geduld haben.

07. Bleib flexibel mit den Kameraeinstellungen

Das Schwierige bei Fotoshootings während der blauen Stunde im Gegensatz zu Nachtaufnahmen oder Aufnahmen tagsüber sind die sich ständig ändernden Lichtverhältnisse. Wer schon mal in Ruhe einen Sonnenuntergang bis zur völligen Dunkelheit beobachtet hat, weiß, wie rasch sich die Farben und die Helligkeit ändern. Daher solltest du deine Kamera schon gut kennen, bevor du dich daran machst, Fotos zu blauen Stunde zu schießen.

Bild von Radu Bercan via Canva Photos

Während du nach Sonnenuntergang je nach Standort und Motiv wahrscheinlich noch relativ viel Licht zur Verfügung hast, musst du Fotos kurz vor der Dunkelheit schon fast wie Nachtaufnahmen behandeln. Das heißt, es kann sein, dass du dich später nicht mehr so ganz auf den Autofokus verlassen kannst und am besten manuell den Fokus einstellst. Um die ISO-Werte musst du dir weniger Sorgen machen, da du ja ein Stativ verwendest und daher mit niedrigen Werten rauschfreie Bilder kreieren kannst (es sei denn, du möchtest das Rauschen als Effekt einsetzen). Eine solide Möglichkeit wäre auch, mit Zeitvorwahl bzw. Blendenautomatik (die Kamera wählt also die Blendenöffnung) zu arbeiten, da du dich nur noch um die Verschlusszeit kümmern musst und diese zum Gestalten deiner Fotos einsetzen kannst. Umgekehrt kann aber gerade das Herumspielen mit der Blende zu interessanten Schärfentiefe-Ergebnissen führen. Mache dir daher, wie bereits erwähnt, bei deinen Probeschüssen Notizen zu Einstellungen, die du zur blauen Stunde einsetzen möchtest.

08. Schieße Fotos im RAW-Format

Da es bei der blauen Stunde oft sehr schnell gehen muss, kann es schonmal passieren, dass man sich danach ärgert, wenn die schöne Stimmung nicht so gut auf dem Foto rüberkommt. Etwas Abhilfe kann man sich dabei schaffen, indem man im RAW-Format fotografiert (vorausgesetzt du fotografierst digital und nicht analog). Das Dateiformat ist viel größer als das übliche JPEG, aber dafür werden viel mehr Daten mitgespeichert und du kannst die Fotos dann später auf dem Laptop nachbearbeiten, ohne viel an Qualität einbüßen zu müssen.

Bild von dengsongquan via Canva Photos

Das RAW-Format ist ein bisschen so wie die Dunkelkammer bei analogen Filmen: Du kannst im Nachhinein noch vieles ändern und bearbeiten. Achtung allerdings: RAWs brauchen ein Vielfaches mehr Speicherplatz als JPEGs, also nimm dir lieber Reserve-Speicherkarten mit, um sie schnell austauschen zu können, wenn eine voll wird.

09. Spiel dich mit Lichteffekten

Da du mit einem Stativ arbeitest, hast du einen ähnlichen Gestaltungsspielraum wie bei Nachtaufnahmen, aber weniger Zeit zur Verfügung. Du kannst allerdings trotzdem Lichteffekte in deinem Motiv kreativ einsetzen – entweder mithilfe von bewegenden Lichtern wie dem Straßenverkehr oder indem du dir eine Lichtquelle mitbringst. Taschenlampen machen sich zum Beispiel toll als Gestaltungselemente.

Bild von viewbug via Canva Photos

Auch der Mond kann eine tolle Lichtquelle darstellen und zieht immer Blicke auf sich. Er bewegt sich zwar nur ganz langsam, kann aber generell als dramatischer Hingucker im Bild dienen. Und falls du dir ein Motiv ausgesucht hast, dass kaum oder keine Lichtquellen bietet, kannst du dich auch mit dem Blitz spielen und bestimmte Objekte im Vordergrund beleuchten.

10. Bearbeite die Bilder und stelle sie zur Schau

Sobald du deine Fotos von der blauen Stunde in der Tasche hast, gibt es fast nichts Spannenderes als sie sich auf einem größeren Bildschirm anzusehen und dir deine Favoriten auszusuchen. Diese kannst du dann auch noch im Nachhinein ein wenig bearbeiten. Wir haben oben bereits angesprochen, dass du RAW-Dateien sehr detailliert nachbearbeiten kannst, aber selbst bei JPEGs kannst du mithilfe eines Foto-Editors kleine Änderungen an der Helligkeit und dem Kontrast ohne größeren Qualitätsverlust vornehmen.

Bild von KatarzynaBialasiewicz via Canva Photos

Sobald du deine Favoriten ausgewählt hast, solltest du dir auch überlegen, was du mit ihnen machen möchtest. Du könntest sie als große Prints drucken lassen und gerahmt in deiner Wohnung aufhängen oder sie gar als persönliches Geschenk (etwa als Fotokalender) weitergeben. Oder füge sie deinem Portfolio hinzu, falls du kreativ tätig bist und deine fotografischen Fähigkeiten zeigen möchtest.

Du kannst die Bilder aber auch einfach für stimmungsvolle Karten an Freunde oder für Social Media Posts einsetzen, hier wären zwei Vorlagen dafür:

Na, haben dir die Tipps gleich Lust auf eine Fotosession gemacht? Dann plane am besten gleich, wann du dein erstes Fotoabenteuer zur blauen Stunde unternimmst. Deine fertigen Werke kannst du dann mithilfe von Canva-Vorlagen als Fotocollagen, Social Media Posts und mehr zur Schau stellen.

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