7 Tipps, damit der Bokeh-Effekt auf deinen Fotos gelingt

Lust auf neue Fotografie-Tricks, um deine Bilder aufzuwerten? Wir verraten dir, wie du tolle Bokeh-Effekte auf deinen Fotos kreierst.

Wenn du dich regelmäßig mit Fotografie und diversen Techniken dazu beschäftigst, dann ist dir garantiert auch schon mal der Bokeh-Effekt untergekommen. Das Wort Bokeh leitet sich dabei aus dem Japanischen ab und bedeutet so viel wie „verschwommen“. Was man in der Fotografie damit beschreibt, ist der wundervolle Look, den eine Linse erzeugt, wenn sie den Hintergrund verschwimmen lässt, während das Motiv im Vordergrund besonders effektiv in Szene gesetzt wird. In unserem Artikel verraten wir dir, wie du selbst umwerfende Bokeh-Effekte in deine Bilder zauberst.

01. Verwende das richtige Objektiv

Der häufigste Grund, warum Bokeh-Effekte schiefgehen, ist üblicherweise jener, dass einfach das falsche Objektiv verwendet wird. Das Geheimnis, um schöne Bokeh-Effekte zu erzeugen, liegt darin, eine Linse mit mindestens f/2.8 Brennweite zu verwenden.

Leider liegen die Brennweiten bei den mitgelieferten Linsen der meisten Kameras bei maximal f/4.5 bis f/3.5. Das mag zwar nicht weit entfernt von f/2.8 liegen, ist aber dennoch nicht genug, um den für Bokeh so wichtigen Unschärfe-Effekt zu erzielen.

Canva - Person Holding Black Metal Zoom Lens

Bild von nappy via Canva Photos

Welche Objektive solltest du also am besten nutzen? Für den Anfang ist eine 50mm-Linse deine beste Wahl. Diese Objektive kosten nicht allzu viel, sind weitläufig erhältlich und können für Brennweiten bis zu f/1.8 oder sogar f/1.4 geöffnet werden. Abgesehen von 50mm-Linsen kannst du auch Teleobjektive nutzen, um verschwommene Hintergründe zu erzeugen. Objektive mit längeren Brennweiten erhöhen die Schärfentiefe (auch Depth of Field oder kurz DOF genannt), und zwar auch dann, wenn der Abstand zwischen Hintergrund und Motiv sich nicht ändert. Gepaart mit einem niedrigen Blendenwert (f/2.8 oder weniger), kann ein Teleobjektiv beim Heranzoomen den Unschärfe-Effekt deutlich verstärken.

Beim Aussuchen deines idealen Bokeh-Objektivs solltest du zudem auch auf die Blendenlamellen achten. Je nachdem, wie sie die Öffnung deiner Blende formen, können sie auch Einfluss darauf haben, wie deine Muster im Hintergrund aussehen werden. Beispielsweise schafft ein Objektiv mit neun Lamellen eine runde Blendenform, was auch Lichtquellen im Hintergrund rund und natürlicher Aussehen lässt. Ein Objektiv mit weniger Blendenlamellen (etwa fünf oder sieben) erzeugt indessen fünf- bzw. siebeneckige Formen.

02. Verwende den AV-Modus deiner Kamera

Da es, um Bokeh-Effekte zu erzeugen, besonders wichtig ist, deine Blende weit geöffnet zu halten, macht es Sinn, deine Kamera in den AV-Modus (auch als Zeitautomatik bekannt) zu schalten. Diese praktische Einstellung lässt dir die freie Wahl in Sachen Blende und wählt dafür automatisch die passende Verschlusszeit.

Im AV-Modus brauchst du keine Zeit damit zu verschwenden, die richtige Belichtungszeit für deine Aufnahme zu erraten, sondern kannst direkt loslegen. Wenn die Blende erst mal eingestellt ist, musst du nur noch den Auslöser betätigen.

Canva - Gray Metal Knob

Bild von abdulmeilk majed via Canva Photos

Deine Kamera wird allerdings dennoch nicht immer sofort die richtige Belichtung auswählen, gerade dann, wenn unvorteilhafte Lichtverhältnisse herrschen. Deine Kamera kann dann leicht verwirrt den falschen Belichtungsmodus wählen, also nutze bei Bedarf ruhig auch den Belichtungskorrektur-Knopf (üblicherweise mit -/+ beschriftet), um die Helligkeit deiner Aufnahme anzupassen.

Bonus-Tipp: Vergiss am besten dein Stativ nicht, vor allem falls du zur blauen Stunde fotografieren oder Nachtaufnahmen schießen möchtest. Aber auch tagsüber kann es hilfreich sein, da du dich so voll und ganz der Bildgestaltung widmen kannst, ohne ständig die Kamera weglegen zu müssen.

03. Wähle einen passenden Hintergrund

Um einen eindrucksvollen Bokeh-Effekt zu schaffen, ist es wichtig, den richtigen Hintergrund auszuwählen. Obwohl es recht einfach ist, Teile der Szene durch bestimmte Linseneinstellungen unscharf zu machen, garantiert das nicht auch automatisch schöne Bokeh-Effekte.

Schlichte, einfarbige Hintergründe eignen sich für gute Bokeh-Effekte kaum, da darauf einfach nicht viel zu sehen ist. Wenn du dir wirklich gelungene Bokeh-Aufnahmen ansiehst, dann fällt dir dabei sicher auf, dass trotz der verschwommenen Hintergründe einzelne Elemente, insbesondere Lichtquellen und Muster, prominent hervorstechen.

Canva - Bokeh Photography of String Lights

Bild von Bhupendra Singh via Canva Photos

Der perfekte Ort, um Bokeh-Fotos zu schießen, sind urbane Locations. Die Lichter der Gebäude und Straßenlaternen sorgen für interessante visuelle Elemente auf deinem Foto-Hintergrund. Wenn du ganz besonders imposante Bilder kreieren möchtest, kannst du zudem auf Aufnahmen vor Wasseroberflächen setzen; die Reflektionen darin erzeugen ebenfalls ganz besonders schöne Bokeh-Effekte.

04. Achte auch auf den Vordergrund

Das erste, was einem bei Bokeh-Fotos einfällt, sind farbenfrohe, verschwommene Hintergründe, aber auch für Vordergründe kannst du Bokeh nutzen, beispielsweise, indem du Lichterketten vor deinem Motiv aufhängst.

Genau wie beim Hintergrund, brauchst du für einen Bokeh-Vordergrund-Effekt schöne Lichtquellen und Muster, die sich hierbei einfach vor deinem Motiv befinden müssen. Wenn du weite Blenden nutzen, gilt die geringe Bildtiefe sowohl für den Hinter- wie auch den Vordergrund. Stellst du also auf das Motiv in der Mitte scharf, verschwimmen sowohl Dinge dahinter als auch davor.

Canva - Bokeh Photography of Pink Bear Plush Toy

Bild von Akshar Dave via Canva Photos

Reflektierende Oberflächen wie etwa Fenster schaffen wundervolle Vordergrund-Bokeh-Effekte. Die Lichter, die sich im Glas spiegeln, können negative Flächen ausfüllen und deine Bilder lebendiger wirken lassen. Gerade wenn du durch Fenster fotografierst, musst du allerdings mit diversen Winkeln herumexperimentieren, um neben den erwünschten nicht auch unerwünschte Reflektionen einzufangen (wie etwa dich selbst mit der Kamera in der Hand).

Fotografen nutzen oft Polfilter (auch: Polarisationsfilter), um unerwünschte Reflektionen loszuwerden, aber du möchtest diese ja für deine Bokeh-Aufnahmen behalten. Fotografiere also einfach nicht direkt durch das Fenster, sondern kippe deine Kamera vorsichtig, bis du dich selbst nicht mehr im Sucher sehen kannst.

05. Fokussiere dich auf dein Motiv

Zwischen Bokeh-Vordergrund und Bokeh-Hintergrund gilt es natürlich auch, das eigentliche Motiv schön in Szene zu setzen. Das versteht sich zwar von selbst, wenn du aber zu lange damit verbringst, deine Bokeh-Effekte zu perfektionieren, dann könntest du mitunter darauf vergessen, dass dein eigentlicher Blickfang auch richtig beleuchtet werden muss. Oft passiert es sogar, dass Motive in Bokeh-Aufnahmen nur mehr wie Silhouetten aussehen, da sie im Bild nicht richtig belichtet wurden.

Wenn du es darauf anlegst, die aus Bokeh-Fotos bekannten bunt leuchtenden Kugeln im Hintergrund zu schaffen, dann brauchst du natürlich auch jede Menge Lichter hinter deinem Motiv. Dabei ist es jedoch auch wichtig, darauf zu achten, dass diese nicht zu hell sind, damit der vorhin genannte Silhouetten-Effekt nicht passiert – es sei denn, du möchtest absichtlich nur Silhouetten zeigen.

Canva - Orange and Multicolored Stain Glass Lampshade

Bild von Shanto Mazumder via Canva Photos

Um für eine ausreichende Belichtung deines Motivs zu sorgen, fokussiere deine Kamera auf dieses und nicht auf den Hintergrund. Deine Kamera wird die richtige Belichtung dann automatisch wählen. Ab und an kann es auch passieren, dass bei weit offenen Blenden ein zu „weicher“ Look entsteht, da die Bildtiefe zu gering ausfällt. Um dies zu verhindern, wähle eine Blende, die zwar deinen Hinter- bzw. Vordergrund verschwimmen lässt, dein Motiv allerdings gestochen scharf einfängt. Du musst für schöne Bokeh-Effekte nicht immer die maximale Blendenöffnung deines Objektivs wählen. Wenn du ein Objektiv mit einer Brennweite von bis zu f/1.4 hast, reicht es oft auch, nur f/1.8 oder f/2.8 zu wählen.

06. Bringe Distanz zwischen dein Motiv und den Hintergrund

Um den Bokeh-Effekt deiner Fotos zu maximieren, solltest du so viel Distanz wie möglich zwischen dein Motiv und den Hintergrund (bzw. Vordergrund) bringen. Je größer der Abstand ist, desto eindrucksvoller wird üblicherweise auch dein Bokeh-Effekt. Ein bis zwei Meter sind dabei meist zu wenig; dein Motiv sollte mindestens ein paar Meter vom Hintergrund entfernt stehen.

Klarerweise werden mit größerer Distanz auch die Lichter, die den Bokeh-Effekt letztendlich erzeugen kleiner. Das kann genauso super aussehen wie größere Lichtkugeln, möchtest du jedoch schöne große Formen, dann gilt es, den idealen Kompromiss zu finden. Alternativ kannst du auch ein Objektiv mit größerer Brennweite nutzen (beispielsweise 135mm), um größere Kugeln zu schaffen, ohne näher am Hintergrund stehen zu müssen.

Canva - Sitting Woman Drinking Coffee

Bild von mentatdgt via Canva Photos

Wenn du ein Objektiv mit kurzer Brennweite nutzt (etwa ein 50mm-Objektiv), könnte es zudem sein, dass du sehr nahe am Motiv stehen musst, um einen deutlichen Bokeh-Effekt zu erschaffen. Verwendest du allerdings ein Teleobjektiv (beispielsweise 85mm oder länger), dann kannst du ruhig auch etwas weiter wegstehen, ohne den Bokeh-Effekt zu schmälern.

07. Spiele mit Farben

Abgesehen von cremigen Unschärfe-Effekten, lassen sich mit Bokeh auch Farbeffekt für deine Foto-Hintergründe erzeugen. Viele Fotografen setzen dabei natürlich auf die bekannten bunten Lichtkugeln, die wie kleine Zauberwesen im Foto herumschweben, aber auch schöne farbige Muster oder bunte Landschaften eignen sich.

Sieh dich beim Aussuchen deiner möglichen Locations genau um und achte auf bunte Lichtquellen, reflektierende Oberflächen oder besondere Schattierungen. Um einen ersten Eindruck davon zu bekommen, wie deine Bokeh-Bilder an diversen Locations aussehen könnten, schau durch die Linse und stelle das Bild manuell unscharf. Gefällt dir, was du siehst, mach doch ein paar Testaufnahmen und experimentiere mit Winkeln, Distanzen und Brennweiten.

Canva - Red, Yellow, and Blue Bokeh Light

Bild von Tookapic via Canva Photos

Am besten machen sich hübsch angeordnete Muster wie Lichterketten oder Skylines, die in bunten Farben leuchten. Dein Motiv beleuchtest du hingegen am besten mit Farben, die in schönem Kontrast zu deinem Hintergrund stehen, damit es so richtig hervorsticht. Beispielsweise kannst du dein Motiv mit kühlen Farben in Szene setzen, um warme Farben im Hintergrund schön zu komplementieren.

Eindrucksvolle Bokeh-Fotos zu schießen, ist einfacher, als es aussieht. Zerbrich dir nicht den Kopf mit technischen Details oder komplizierten Settings – am besten probierst du es einfach aus und experimentierst mit unterschiedlichen Brennweiten, Distanzen und Bildtiefe-Einstellungen. Das Wichtigste beim Fotografieren ist schließlich der kreative Spaß dabei. Und du wirst sehen: Mit der Zeit werden deine Bokeh-Aufnahmen von ganz alleine immer hübscher.

Hier haben wir übrigens noch mehr Tipps, um richtig gute Fotos zu machen, und deine bunten Bokeh-Fotos kannst du auch gleich in Canva zum Erstellen deiner eigenen Designs einsetzen. Wir wünschen ganz viel Spaß beim Fotografieren und Gestalten!

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